Knox-Vater: „Polizei hat Amanda bei Verhör geschlagen“

Die Knox-Familie schießt scharf gegen Italiens Justiz: „Amanda wurde geschlagen. Die Polizei wollte sie terrorisieren.“

Seattle, Rom - Nach dem Freispruch der US-Studentin Amanda Knox erhebt ihr Vater Kurt schwere Vorwürfe gegen die Justiz in Italien. Seine Tochter sei von der Polizei misshandelt worden. „Amanda ist noch nie so verängstigt gewesen wie während des Verhörs durch die italienische Polizei. Sie ist geschlagen worden. Die Polizei wollte sie terrorisieren. Die Polizei hatte einen enormen Druck auf sich lasten, man wollte um jeden Preis einen Schuldigen finden. Und Amanda war die richtige Person für ihre Theorie“, so Kurt Knox laut italienischen Medien.

Der Prozess habe die Familie Millionen von Dollar gekostet. „Uns droht der Verlust unseres Hauses“, berichtete Knox nach Angaben italienischer Medien. Doch wichtig sei jetzt der Freispruch seiner Tochter, die sich nun nach vierjähriger Gefangenschaft erholen müsse. Amanda soll demnächst von einem Psychologen betreut werden.

Mordfall wird laut Richter ungelöst bleiben

Nach dem Freispruch von Knox und ihres Ex-Freundes Raffaele Sollecito vom Vorwurf des Mordes an der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher zweifelt der Präsident des Schwurgerichts von Perugia, Claudio Pratillo Hellmann, dass jemals Klarheit um die Todesumstände der Britin herrschen wird. „Ich fürchte, dass aus juristischer Sicht die Wahrheit nicht ans Licht kommen wird. Wir können nicht ohne Beweise verurteilen“, sagte Pratillo Hellmann im Interview mit der Turiner Tageszeitung „La Stampa“ (Donnerstagsausgabe).

„Amanda und Raffaele könnten auch für Merediths Tod verantwortlich sein, aber es gibt keine Beweise. Jene, die beim Prozess überprüft worden sind, wurden als unzulänglich bewertet, um die beiden Angeklagten zu verurteilen“, meinte der Präsident des Schwurgerichts der mittelitalienischen Stadt Perugia, das Knox am Montagabend freigesprochen hat.

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„Amanda und Raffaele sind freigesprochen worden, doch dass ist die Wahrheit, die aus dem Prozess hervorgegangen ist, nicht die reale Wahrheit, die auch anders sein könnte“, sagte der Richter. Er wies den Verdacht zurück, dass das Schwurgericht vom riesigen medialen Interesse um den Prozess beeinflusst worden sei. (APA)


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