Montenegro plant die Sensation, Serbien zittert vor den eigenen Fans

Frankreich versucht stark ersatzgeschwächt seinen Ein-Punkt-Vorsprung gegen Bosnien zu verteidigen.

Wien - In der Fußball-EM-Qualifikation fallen am Freitagabend die nächsten Entscheidungen, bisher haben neben den beiden Gastgebern Polen und Ukraine nur Deutschland, Italien, Spanien und die Niederlande ihr EM-Ticket bereits sicher. In Podgorica kommt es zum Duell Montenegro - England, wobei beide Teams noch Chancen auf Rang eins haben. Für die zuletzt etwas schwächelnden Hausherren ist es das „Spiel des Jahrhunderts“.

England (17 Punkte) hat in der Gruppe G alle Trümpfe in der Hand, darf die Aufgabe in Podgorica aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Schon beim torlosen Remis im Wembley-Stadion hatten die Montenegriner (11) ihre Stärke aufblitzen lassen. „Wir sind nicht für ein Unentschieden, sondern für einen Sieg hier her gekommen“, gab England-Teamchef Fabio Capello die Marschroute vor.

„Spiel des Jahrhunderts“ für Montenegro

Nur auf ein Remis zu spielen, das für den Aufstieg reichen würde, wäre ein schwerer Fehler. Bei einer Niederlage müssten die noch ungeschlagenen Engländer nämlich im abschließenden Spiel der Montenegriner in der Schweiz auf Schützenhilfe der Eidgenossen hoffen, um nicht noch auf Platz zwei zurückzufallen, da sie dann den schlechteren direkten Vergleich gegenüber Montenegro hätten. „Wir müssen genauso auftreten wie in den bisherigen Auswärtsspielen“, forderte Capello deshalb. In der Fremde haben die „Three Lions“ alle drei Quali-Partien gewonnen.

Die Hausherren sind nach einem starken Start zuletzt ins Straucheln gekommen, haben dem 0:0 in England ein 1:1 gegen Bulgarien sowie eine 1:2-Auswärts-Niederlage in Wales folgen lassen. An Motivation mangelt es der Mannschaft von Teamchef Branko Brnovic nicht. „Für uns ist es das Spiel des Jahrhunderts, weil wir gegen solche Mannschaften nicht so oft spielen. Wir haben eine große Chance, den Sprung auf die große europäische Bühne zu schaffen“, sagte Ex-Rapid-Profi Milan Jovanovic.

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Frankreich ohne Ribery, Sagna und Gourcuff

Ebenfalls aus der Pole-Position startet Frankreich in die letzten beiden Spiele der Gruppe D. Der Ein-Punkt-Vorsprung auf Bosnien-Herzegowina ist aber kein Ruhepolster, kommt es doch am Dienstag in Paris noch zum direkten Duell. Die Franzosen gehen stark ersatzgeschwächt in ihr Heimspiel gegen Albanien, müssen neben den Langzeitverletzten Mexes, Gourcuff, Diaby und Hoarau in Paris nun auch verletzungsbedingt auf Sagna, Matuidi, Ribery und Benzema verzichten. Zudem ist der Einsatz von Abidal und Gameiro fraglich.

Spannung garantiert ist der Gruppe B, wo mit Russland (17), Irland (15), Armenien (14) und der Slowakei (14) noch vier Teams Aufstiegschancen haben. Russland-Coach Dick Advocaat forderte von seiner Mannschaft vollste Konzentration vor dem Auswärtsspiel gegen die Slowakei in Zilina, am Dienstag kommt es dann noch zum Heimduell mit dem punktelosen Team von Andorra. „Wenn wir den Aufstieg schaffen, können die Spieler am Dienstagabend so viel trinken, wie sie wollen“, kündigte der Niederländer an. Das Sensationsteam Armenien empfängt Mazedonien, Irland hat mit dem Auswärtsspiel in Andorra die vermeintlich leichteste Aufgabe.

Hochrisikospiel in Belgrad

In der Gruppe C geht es nur mehr um Rang zwei hinter Italien. Der Gruppensieger ist im Auswärtsspiel in Belgrad gegen Serbien das Zünglein an der Waage. Die Partie wurde von der UEFA als Hochrisikospiel eingestuft, war doch das „Hinspiel“ schon nach sechs Minuten wegen Fanausschreitungen abgebrochen und in der Folge mit 3:0 für Italien gewertet worden. Die Serben benötigen aus zwei Partien noch einen Sieg, um Rang zwei zu fixieren. „Wir haben gegen sie verloren, ohne zu spielen. Wir wollen zeigen, dass wir ein Team von der Qualität Italiens besiegen können“, sagte der serbische Juventus-Stürmer Milos Krasic.

Die Niederlande sind fix qualifiziert, wollen im Heimspiel in Rotterdam gegen Moldawien noch Platz eins in der Gruppe E fixieren. In der Gruppe F kommt es in Piräus zum Showdown zwischen Griechenland (18) und Kroatien (19) um Rang eins. „Das Match ist wie ein Cup-Finale für uns und wir sind überzeugt, dass wir gewinnen werden“, sagte Socrates Papastathopoulos. Die Griechen sind seit 14 Partien ungeschlagen. Die Gäste gingen gelassener an die Sache heran. „Ein Niederlage wäre nicht das Ende der Welt“, sagte Slaven Bilic. Immer hin habe man ja Rang zwei sicher.

Welt- und Europameister Spanien hält in der Gruppe I noch beim Punktemaximum (18) und will dies auch im Auswärtsspiel in Tschechien (10) beibehalten. Die Tschechen kämpfen mit Schottland (8/am Samstag in Liechtenstein) um Platz zwei. (APA)


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