Oberösterreichischer Arzt fliegt am 14. Oktober zurück nach Dubai

Der in Dubai wegen Mordes angeklagte Eugen Adelsmayr kümmert sich derzeit um seine schwer kranke Frau. Am 16. Oktober wird der Prozess im Wüstenstaat fortgesetzt.

Wien - Der oberösterreichische Intensivmediziner Eugen Adelsmayr wird am 14. Oktober zurück nach Dubai fliegen. Zwei Tage später, am 16. Oktober, wird in dem Wüstenstaat der Mord-Prozess gegen den Arzt fortgesetzt. „Derzeit habe ich alle Hände voll zu tun, ich kümmere mich Tag und Nacht um meine Frau und muss mich auch auf die Verhandlung vorbereiten“, sagte der 52-Jährige am Donnerstag.

Der Mediziner war vergangenen Mittwoch nach Österreich zurückgekehrt. Die vorübergehende Ausreise aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ist ihm aus humanitären Gründen erlaubt worden - die Frau des Arztes ist schwer krank. „Ohne die Unterstützung der Medien wäre ich jetzt nicht hier“, sagte Adelsmayr. In Dubai unterstützt hatte ihn auch die Chefin der Rechtsabteilung im Außenministerium, Elisabeth Ellison-Kramer. „Sie wird mich nächste Woche wieder nach Dubai begleiten“, erklärte Adelsmayr. Für den weiteren Prozess fühlt sich der 52-Jährige gut vorbereitet, „ein mulmiges Gefühl bleibt dennoch“.

Die Anklage beschuldigt den Oberösterreicher und einen indischen Kollegen, einen querschnittgelähmten Patienten im Februar 2009 durch Unterlassung von Hilfeleistung und eine hohe Dosis Opiate getötet zu haben. Der 50-Jährige soll eine Order ausgegeben haben, dass der Kranke im Falle eines Herzstillstands nicht wiederbelebt werden soll. Bereits vor dem Vorfall im Rashid Hospital hatte Adelsmayr seine Kündigung eingereicht, er war dort mehr als drei Jahre als Leiter der Intensivstation tätig.

Der indische Kollege war der diensthabende Arzt, als der Patient einen Herzinfarkt erlitt. Laut Adelsmayr war der Inder zu diesem Zeitpunkt mit einem weiteren Patienten beschäftigt und hatte daher keine Zeit, den gelähmten Patienten zu reanimieren. Dieser verstarb um 3.30 Uhr. „Ich war zum Zeitpunkt des Todes bereits seit 36 Stunden nicht mehr im Krankenhaus“, sagte der Arzt. Während der österreichische Mediziner von seinem jetzigen Arbeitgeber im Al Ain Hospital in Abu Dhabi suspendiert wurde, darf der mitangeklagte Inder laut Adelsmayr weiterhin auf der Station im Rashid Hospital Dienst versehen. (APA)


Kommentieren


Schlagworte