Moody‘s stuft britische und portugiesische Banken herab

Die Ratingagentur begründete am Freitag den Schritt damit, dass die Institute bei künftigen Notlagen weniger Hilfen der britischen Regierung erwarten könnten.

London - Die Ratingagentur Moody‘s hat die Kreditwürdigkeit von zwölf britischen Banken herabgestuft. Betroffen sind unter anderem Lloyds, die britische Tochter der spanischen Bank Santander, die Royal Bank of Scotland (RBS), die Co-operative Bank und die Bausparkasse Nationwide. Hinzu kommen sieben kleinere Bausparkassen. Die Ratingagentur begründete am Freitag den Schritt damit, dass die Institute bei künftigen Notlagen weniger Hilfen der britischen Regierung erwarten könnten. Zuvor senkte Moody‘s bereits das Rating von neun portugiesischen Banken angesichts der Schuldenkrise im dem südeuropäischen Land.

Die Ratingagentur Standard & Poor‘s wertete die französisch-belgische Großbank Dexia um eine Stufe ab.

Moody‘s begründete am Freitag den Schritt damit, dass die Institute bei künftigen Notlagen weniger Hilfen der britischen Regierung erwarten könnten. Zuvor hatte Moody‘s bereits das Rating von neun portugiesischen Banken angesichts der Schuldenkrise im dem südeuropäischen Land gesenkt.

In der britischen Regierung wächst unterdessen einem Pressebericht zufolge die Sorge vor neuem Kapitalbedarf der Royal Bank of Scotland (RBS). „Wenn es in Europa eine breite Bewegung zur Rekapitalisierung von Banken gibt, dann ist es denkbar, dass auch die RBS mehr Staatshilfen benötigt“, zitierte die „Financial Times“ (Freitag) einen Regierungsvertreter.

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Die RBS hat im Vergleich zu anderen britischen Banken viel Geld in Staatspapieren von Euro-Schuldenländern angelegt. Bereits im ersten Halbjahr korrigierte sie den Wert ihrer griechischen Staatsanleihen von 1,2 Milliarden Euro nach unten. In Italien hat sie noch 4 Milliarden Euro im Feuer.

Die RBS zählt weltweit zu den größten Verlierern der Finanzkrise von 2008. Sie hatte in den Jahren 2008 bis 2010 einen Verlust von rund 29 Milliarden Pfund angehäuft und musste verstaatlicht werden. 82 Prozent der Aktien liegen derzeit beim Staat. Die Kosten für die Rettung der Bank belaufen sich laut Zeitung bislang auf 45 Milliarden Pfund (52 Milliarden Euro).

Die Ratingagentur Standard & Poor‘s wertete unterdessen die angeschlagene französisch-belgische Großbank Dexia um eine Stufe ab. Die langfristige Bonität von Dexia setzte S&P von „A“ auf „A-“ herab, die kurzfristige Bonität von „A-1“ auf „A-2“. Weiter ging die Ratingagentur nicht, die die Unterstützung der Regierungen Frankreichs, Belgiens und Luxemburgs als Pluspunkt für die Bank wertet. Die Kapitalausstattung der Bank bezeichnete S&P in einer Mitteilung als „angemessen“.

Dexia war durch Liquiditätsprobleme in den vergangenen Tagen ins Schlingern geraten. Die Regierungen Frankreichs und Belgiens bereiten eine Aufspaltung vor. Brüssel steuert laut Zeitungsberichten eine Verstaatlichung des belgischen Teils an. Auf französischer Seite könnten die beiden staatlichen Banken Caisse des depots (CDC) und Postbank die Kredite über 70 Mrd. Euro übernehmen, die Dexia den Gemeinden gewährte. Für den luxemburgischen Zweig ist ein internationaler Investor zur Übernahme bereit. Faule Wertpapiere über 95 Mrd. Euro sollen in eine sogenannte Bad Bank ausgelagert werden. (APA/dpa)


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