Metaller-Lohnrunde: Tiroler Gewerkschafter erhöhen den Druck

In der gestrigen Betriebsrätekonferenz wurde beschlossen, Montag und Dienstag in den rund 40 Tiroler Metallbetrieben Betriebsversammlungen durchzuführen.

Innsbruck – Nach den abgebrochenen Metaller-Lohnverhandlungen erhöhen Tirols Gewerkschafter die Schlagzahl. In der gestrigen Betriebsrätekonferenz wurde beschlossen, Montag und Dienstag in den rund 40 Tiroler Metallbetrieben Betriebsversammlungen durchzuführen, also noch vor der nächsten Verhandlungsrunde am Mittwoch.

„Wir sind empört, was uns die Arbeitgeberseite angeboten hat. Das hat nichts mit der Realität zu tun, daher wurden die Verhandlungen unterbrochen. Die Arbeitgeberverhandler sollen sich jetzt einmal zurückziehen und über diesen Schwachsinn nachdenken“, kritisiert der Tiroler Landesvorsitzende der Produktionsgewerkschaft, Norbert Klotz.

„Schon vor der Lohn- und Gehaltsrunde tönte die WKO öffentlich von einem Angebot in Höhe der Inflationsrate. Dass sie wirklich die Frechheit besitzen, uns diese Forderung auf den Tisch zu legen, hätte ich mir nicht gedacht. Tiroler BetriebsrätInnen sehen das als einen Schlag in Gesicht für die 17.500 TirolerInnen, die in der Metallindustrie und im Bergbau beschäftigten sind“, meint Klotz.

Die Arbeitgeber bieten 3,1 Prozent Lohnerhöhung plus Einmalzahlungen von bis zu 200 Euro an, die Gewerkschaften fordern angesichts hoher Inflation und starken Produktivitätszuwachs ein Plus von 5,5 Prozent und verweisen auch auf hohe Gewinnauschüttungen an Eigentümer und Muttergesellschaften. Gibt es in der kommenden Verhandlungsrunde am Mittwoch keinen Abschluss, kündigt die Gewerkschaft weitere Kampfmaßnahmen an.

Für das heurige Jahr geht selbst das Wifo von einer Inflationsrate von 3,1 Prozent aus. „Mit dem Witz-Angebot würde das nicht einmal den geringsten Reallohnzuwachs bedeuten. Was das für TirolerInnen, die unter den höchsten Lebenserhaltungskosten leiden, bedeuten würde, braucht man gar nicht erst einmal zu erwähnen. Damit wollen ArbeitgeberInnen das komplette Wirtschaftswachstum einsackeln und uns ArbeitnehmerInnen mit einer Einmalzahlung abservieren. Hinzu kommt die um etwa 5% gestiegene Stundenproduktivität“, informiert Robert Prosch, GPA-djp Wirtschaftsbereich Metallindustrie-Vorsitzender Stellvertreter und Angestellten BR-Vorsitzender GE Jenbacher.

„Mittwoch ist die letzte Verhandlungsrunde und es wird keine weitere Verhandlungsrunde geben“, warnt Tirols Landessekretär der PRO-GE, Robert Koschin. (tt.com)


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