Neue Mondkarte weist auf große Vorkommen von Titaneisen hin

Die Entdeckung geht auf die 2009 von der US-Raumfahrtbehörde NASA ins All gebrachten US-Mondsonde LRO zurück.

© AP/NASA

Nantes - Eine neue Landkarte des Mondes weist auf große Vorkommen an Titaneisen hin, aus dem wertvolles Titan gewonnen kann. Das sagte Mark Robinson von der Arizona State University am Freitag bei einer Tagung in der westfranzösischen Stadt Nantes. Die Entdeckung geht seinen Angaben zufolge auf die 2009 von der US-Raumfahrtbehörde NASA ins All gebrachten US-Mondsonde LRO zurück. Eine Kamera auf der Sonde hatte Aufnahmen von der Mondoberfläche gemacht, mit deren Hilfe die neue Karte erstellt wurde.

Robinson, der die Studie gemeinsam mit seinem Kollegen Brett Denevi von der Johns Hopkins University in Baltimore vorstellte, schließt nicht aus, dass der Mond ein wichtiger Rohstofflieferant für die Erde werden könnte. Bergarbeiter könnten eines Tages auf dem Mond Titaneisen fördern, sagte er. Aus diesem Gestein kann dann reines Titan gewonnen werden.

„Wenn wir zum Mond blicken, erscheint seine Oberfläche voller grauer Schattierungen - für das menschliche Auge“, sagte Robinson. Doch mit den richtigen Instrumenten seien andere Farben zu sehen. Die Mondebenen etwa seien an manchen Stellen rötlich, an anderen blau. Diese Farbvariationen geben den Forschern wichtige Anhaltspunkte für die Zusammensetzung der Oberfläche des Erdtrabanten. So zeigen sie etwa Vorkommen von Titaneisen und Blei auf. Titan ist genauso widerstandsfähig wie Stahl, aber nur etwa halb so schwer. Es ist daher ein sehr begehrtes Element.

Titan kommt unter anderem in Titaneisen und Rutilerz vor. Seine Extraktion aus diesen Gesteinen ist jedoch kompliziert und aufwändig. Reines Titan ist daher bis zu zehn Mal teurer als Stahl. Verwendet wird es vor allem zur Legierung von Stahl, den es besonders hart und widerstandsfähig gegen Rost macht. (APA/AFP)


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