Mögliche Flugverspätungen am Montag: Proteste in Schwechat

An mehreren österreichischen und deutschen Flughäfen - hierzulande allen voran in Wien-Schwechat - sind für Montag Flugverspätungen programmiert. Die Beschäftigten an den Airports protestieren gegen Abfertigungs-Auslagerungen.

Wien - Eine EU-Verordnung für mehr Wettbewerb auf Flughäfen (Bodenabfertigung) bringt die Flughafen-Beschäftigten auf die Palme und wird auch in Wien-Schwechat am Montag ab 14 Uhr Verzögerungen mit sich bringen. In Betriebsversammlungen informieren Gewerkschafter die Beschäftigten. Neben Wien steht auch ein Protest in Linz am Programm.

Am Freitagnachmittag haben die Chefs des börsenotierten Flughafen Wien, Julian Jäger und Günther Ofner, ebenfalls ihre Bedenken deponiert. Sie haben auch ein offizielles Schreiben an Verkehrsministerin Doris Bures, EU-Kommissar Johannes Hahn und zuständige Mitglieder des EU-Parlaments gerichtet und darin auf negative Folgen für den Airport Wien aufmerksam gemacht. Darin ist von zusätzlichem Druck die Rede, dem der Airport Wien ausgesetzt werde.

1996 hat die EU mit einer Richtlinie für den Zugang zu den Bodenabfertigungsmärkten auf den Flughäfen in Europa ein Regulativ geschaffen, um diese zu öffnen. Nun arbeitet die Kommission daran, eine neue Verordnung in Kraft treten zu lassen. Im wesentlichen sieht der Entwurf vor, dass Flughäfen ab 5 Mio. Passagieren oder 100.000 Tonnen Fracht einen weiteren Anbieter für die zugangslimitierten Bereiche (Vorfeldabfertigung, Gepäckabfertigung, Betankung und Transport von Fracht) zulassen müssen.

Für den Flughafen Wien würde die Umsetzung der neuen Regelung enorme Herausforderungen bringen, schreiben die Airport-Chefs: Durch weitere Liberalisierungsschritte würde der Druck auf die Flughäfen stark erhöht werden. Wirtschaftlich sei ein derartiger Schritt ein „massiver Schlag“ für alle Anbieter, da sich die Kundenbasis verringern und wirtschaftlicher Erfolg fast unmöglich gemacht werde. Flughäfen würden zudem mit beträchtlichen Platzproblemen konfrontiert werden, da mehr Anbieter mehr Fläche benötigen. Ineffizienz, so meinen die Flughafen-Vorstände von Wien, sei wohl die Folge.

In dem Brief warnen die Airport-Chefs, dass sich die Umsetzung des neuen Regulativs „negativ auf die weitere Entwicklung des Flughafen Wien auswirken wird“. Auch Wettbewerbsverzerrungen seien zu befürchten.

Die Gewerkschaften in Österreich und in Deutschland haben bereits vor möglichen Flugverspätungen am Montag gewarnt, wenn die Betriebsversammlungen losgehen.

Der Flughafen Wien empfahl den Passagieren für Montag, sich vor Antritt der Reise auf der Homepage nochmals über die aktuellen Flugpläne zu informieren. Generell hoffe man, die Verzögerungen wegen der Versammlungen so gering wie möglich zu halten, sagte ein Sprecher am Freitagabend zur APA. (APA)


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