Obama nach 10 Jahren Afghanistan- Krieg vorsichtig optimistisch

US-Präsident Barack Obama hat zehn Jahre nach Beginn des Afghanistan-Krieges eine vorsichtig positive Bilanz gezogen.

Washington – Die USA und ihre Bürger seien dank des Militäreinsatzes sicherer, teilte US-Präsident Barack Obama am Freitag in Washington mit. Nach der Tötung von Terroristenchef Osama bin Laden und vieler anderer Extremisten sei man dem Ziel „näher denn je, Al-Kaida und ihr mörderisches Netzwerk zu schlagen“. Obama räumte aber gleichzeitig ein, dass es weiterhin „enorme Herausforderungen“ am Hindukusch gebe.

„Nach einem schwierigen Jahrzehnt beenden wir die laufenden Kriege verantwortlich und aus der Position der Stärke“, erklärte der Präsident. Obama hatte im Juni angekündigt, bis zum Sommer nächsten Jahres 33.000 der rund 100.000 in Afghanistan stationierten US-Soldaten heimzuholen. Dabei soll die Truppe bereits in diesem Jahr um 10.000 Mann schrumpfen. Nach einem NATO-Beschluss soll der Kampfeinsatz bis 2014 beendet und die Sicherheitsverantwortung für das Land bis dahin schrittweise an die Afghanen übergeben werden.

Gedenken an im Afghanistan-Einsatz getöteten Soldaten

Zehn Jahre nach Beginn des Militäreinsatzes in Afghanistan hat Obama der am Hindukusch getöteten Soldaten gedacht. In einer am Freitag in Washington veröffentlichten Erklärung erinnerte Obama an die „fast 1800 amerikanischen Patrioten“ sowie jene Soldaten der NATO-Truppe ISAF und der afghanischen Armee, „die für unsere gemeinsame Sicherheit und Freiheit in Afghanistan das ultimative Opfer gebracht haben“.

Der Präsident dankte Soldaten, Diplomaten und den Geheimdiensten für ihre „außergewöhnlichen Dienste“ im Afghanistan-Konflikt. Nach einem „Jahrzehnt der Opfer“ seien die Vereinigten Staaten nun ein sichereres Land.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

„Enorme Herausforderungen in Afghanistan für USA und Verbündete“

Washington werde den Einsatz in Afghanistan „verantwortlich“ und „aus einer Position der Stärke“ zu Ende bringen, versprach der Präsident. Noch nie seien die USA dem Ziel näher gewesen, Al-Kaida und sein „mörderisches Netzwerk“ zu zerstören. Allerdings warnte Obama vor den „enormen Herausforderungen“, vor denen die USA und ihre Verbündeten in Afghanistan weiter stünden.

Als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 hatte der damalige US-Präsident George W. Bush einen Militäreinsatz zum Sturz der in Afghanistan herrschenden radikalislamischen Taliban befohlen, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida Unterschlupf gewährt hatten. Das US-Militär flog am 7. Oktober 2001 erste Luftangriffe auf Ziele in Afghanistan, anschließend führten die USA gemeinsamen mit afghanischen Kämpfern der Nordallianz eine Bodenoffensive.

Binnen weniger Wochen waren die Taliban gestürzt. Die NATO entsandte Ende 2001 die ISAF-Mission an den Hindukusch, um den Wiederaufbau des Landes zu unterstützen und die Sicherheit zu garantieren. Während die USA sich ab 2003 vor allem auf den Krieg im Irak konzentrierten, kehrten die Taliban aus ihren Rückzugsgebieten im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet zurück und begannen einen blutigen Aufstand.

Die USA und ihre Verbündeten reagierten erst 2009 mit einer deutlichen Aufstockung der Truppen, um die Rebellen zu bekämpfen. Das Ziel der NATO ist, bis Ende 2014 die Kontrolle der Sicherheit an die afghanischen Kräfte zu übergeben und alle Kampftruppen aus dem Land abzuziehen. Derzeit sind noch rund 140.000 ausländische Soldaten am Hindukusch stationiert. Etwa zwei Drittel von ihnen sind US-Soldaten, die Bundeswehr ist mit rund 4900 Soldaten im Einsatz. (APA/dpa)


Kommentieren


Schlagworte