Entschädigung für Sienna Millers Stiefmutter im Abhörskandal

Die Stiefmutter der Schauspielerin erhält 70.000 Euro für angezapfte Mailbox.

London - Im Abhörskandal um die mittlerweile eingestellte britische Boulevardzeitung „News of the World“ erhält die Stiefmutter der britischen Schauspielerin Sienna Miller 60.000 Pfund (70.000 Euro) Schadensersatz. Die Innenarchitektin Kelly Hoppen akzeptiere die Summe, sagte ihr Anwalt am Freitag in einem Londoner Gericht. Miller selbst waren im Mai zur Entschädigung für abgehörte Telefonate 100.000 Pfund zugesprochen worden.

Nach Angaben von Hoppens Anwalt hatte das Blatt zwischen 2004 und 2006 zahlreiche Artikel über die aus Südafrika stammende Innenarchitektin veröffentlicht. Vor zwei Jahren sei sie mit der Vermutung zur Polizei gegangen, dass ihre Handy-Mailbox angezapft wurde. Die Polizei bestätigte den Verdacht schließlich im Februar. Hoppen vermute weitere Abhöraktionen in den Jahren 2009 und 2010, erklärte ihr Anwalt.

Journalisten der „News of the World“ sollen in Großbritannien unter anderem Politiker, Mitglieder der Königsfamilie und andere Prominente abgehört haben. Der Skandal war bereits 2006 ans Licht gekommen und im Juli erneut in die Öffentlichkeit geraten, als bekannt wurde, dass Journalisten des Blatts auch die Mailbox einer entführten und später ermordeten Schülerin geknackt hatten. Der Skandal löste in Politik und Medien ein Erdbeben aus, was im Juli zur Einstellung der Zeitung, dem Rücktritt von Vertrauten des Medienmoguls Rupert Murdoch, ranghohen Polizeibeamten und eines Mitarbeiters von Premierminister David Cameron führte. (APA/AFP)


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