Angst um syrische Flüchtlinge im Libanon steigt

Die französische Regierung hat ihre „tiefe Besorgnis“ über die zu befürchtende fehlende Sicherheit syrischer Flüchtlinge im Libanon ausgedrückt. Nach libanesischen Medienberichten hatten syrische Soldaten bei der Verfolgung von Oppositionellen die libanesische Grenze verletzt und einen libanesischen Bauern getötet. Auch die USA hatte zum Schutz syrischer Regimegegner aufgefordert.

Im Libanon halten sich derzeit schätzungsweise 5000 Flüchtlinge aus Syrien auf, unter ihnen befinden sich auch etliche Deserteure. Frankreich sei in höchstem Maße an der „Unabhängigkeit, Souveränität und territorialen Integrität“ des libanesischen Staates gelegen, hieß es am Freitagabend. Laut US-Botschaft „messen die USA der Rolle der libanesischen Armee beim Schutz der Mitglieder der syrischen Opposition, die sich im Libanon aufhalten, große Bedeutung bei“.

Der libanesische Ministerpräsident Mikati hatte am Donnerstag erklärt, seine Regierung sei dem Schutz der Flüchtlinge verpflichtet. Syrische Oppositionelle hatten berichtet, dass Angehörige der zivilen Shahibba-Milizen, die das Baath-Regime von Präsident Bashar al-Assad zur Niederwerfung der Protestbewegung einsetzt, auch im Libanon aktiv wären und Flüchtlinge massiv einschüchtern würden.

Menschenrechtsgruppen hatten dem libanesischen Militär vorgeworfen, geflüchtete syrische Soldaten ausgeliefert zu haben, die sich geweigert haben sollen, auf Demonstranten in Syrien zu schießen. In der libanesischen Regierung geben pro-syrische Kräfte um die schiitische Hisbollah den Ton an. Die Unruhen in Syrien haben auch im Libanon schwere Auseinandersetzungen zur Folge.


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