300.000 Jobs im italienischen Staatsdienst wackeln

Gewerkschaften schlagen Alarm - Industrie: „Steuerdruck droht uns zu erdrosseln“.

Rom - Italiens Gewerkschaften warnen vor einem massiven Jobabbau im Staatsdienst. Infolge des im September verabschiedeten Sparpakets mit Ausgabenkürzungen in Höhe von 54 Milliarden Euro sollen tausende Stellen gestrichen werden. Personal, das in Pension geht, darf nicht mehr ersetzt werden. Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen werden nicht mehr weiterarbeiten können. Zwíschen 2008 und 2013 werde der Staat insgesamt 300.000 Stellen gestrichen haben, warnte der Gewerkschaftsverbands CGIL.

Italiens Notenbankchef Mario Draghi appellierte am Freitag kurz vor Ende seines Mandats an die Regierung Berlusconi, Maßnahmen zum Wirtschaftswachstum zu ergreifen. Italien müsse einen Ausweg aus der Stagnation finden und strukturelle Maßnahmen für die Wirtschaft ergreifen, sagte der designierte Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Wichtig sei, den jungen Generationen neue Möglichkeiten zu sichern, in den Arbeitsmarkt einzusteigen.

„Es gibt kein Wirtschaftswachstum ohne den Beitrag der Jugend. Ihr Beitrag ist für die Entwicklung einer modernen Wirtschaft absolut notwendig“, sagte Draghi. Eine Folge des niedrigen Wirtschaftswachstums in Italien in den letzten Jahren seien die geringen Chancen für die jüngeren Generationen auf dem Arbeitsmarkt.

Draghi warnte vor der zunehmenden Armut der italienischen Familien. Zwischen 2007 und 2010 sei ihr Einkommen um durchschnittlich 1,5 Prozent gesunken. Die Armut belaste vor allem Familien mit Kindern. Dies bestätigte auch der italienische Kaufleuteverband Confindustria. Wegen der Krise müssen die italienischen Familien mit 10.000 Euro weniger als vor drei Jahren auskommen. Dies entspreche einem Rückgang des Durchschnittseinkommens von sieben Prozent pro Kopf. Confcommercio warnte auch vor der Gefahr einer Rezession. Die Aussichten, dass in Italien eine rezessive Phase schlittere, liege bei 50 Prozent, sagte Confcommercio-Chef Carlo Sangalli.

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Die Industriellen klagen wegen den negativen Auswirkungen des zunehmenden Steuerdrucks auf die italienische Wirtschaft. „Der Steuerdruck droht uns zu erdrosseln“, sagte der Generaldirektor von Confindustria, Giampaolo Galli. Der Steuerdruck könne bald auf 49 Prozent steigen. (APA)


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