Regierung teilt sich Lorbeeren für Rot-Weiß-Rot-Card

Seit Juli regelt die Rot-Weiß-Rot-Card den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt für Nicht-EU-Bürger. Statt qualifizierter Arbeitskräfte interessieren sich aber vor allem Sportler für die rosa-blaue Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung. Die Regierung spart dennoch nicht mit Lob für „ihre“ Karte.

255 Karten wurde bisher ausgestellt. Der Löwenanteil ging dabei an Sportvereine – vor allem an Eishockeyvereine.

Wien – Drei Monate nach Einführung der Rot-weiß-rot-Card sei diese schon ein Erfolg, schwärmten Innenministerin Mikl-Leitner und Sozialminister Hundstorfer am Montag in der Österreichischen Staatsdruckerei, wo diese produziert werden.

Bis 30. September wurden 255 Karten ausgestellt. Statt – wie geplant – qualifizierte Arbeitskräfte, sind es aber in erster Linie Sportvereine, die sich für die Rot-Weiß-Rot-Card interessieren – allen voran Eishockey-Profis aus Kanada, die laut einer Bilanz des AMS bislang 48 Karten bewilligt bekamen. Hochqualifizierte Kartenbesitzer gibt es laut AMS bisher gerade einmal sieben. Die Regierung gibt sich dennoch hoch zufrieden:

„Hochqualifizierte Zuwanderung unterstützen“

„Wir haben das Erfolgsprojekt gemeinsam auf den Weg gebracht“, teilte die Innenministerin die Lorbeeren mit dem Koalitionspartner. „Wir wollen die hochqualifizierte Zuwanderung unterstützen und weltweit die besten Köpfe holen“, erklärte Mikl-Leitner. Auf Basis bestimmter Kriterien wird hochqualifiziertes Personal oder solches für Mangelberufe nach Österreich geholt. Mit Ausstellung der Karte bekommen die Betroffenen das Recht auf Niederlassung sowie das Recht auf Zugang zum Arbeitsmarkt.

Sportler sind „nicht die Masse“

„Wir brauchen diese geregelte Zuwanderung, das war die richtige Antwort“, erklärte Hundstorfer. Er räumte ein, „natürlich kommen auch Profisportler über dieses System rein, aber das ist nicht die Masse“. Auch Mikl-Leitner erklärte, dass Sportler nicht die größte Gruppe unter den Rot-weiß-rot-Card-Eignern seien. Für Schlüsselkräfte wie Wissenschafter und Forscher würden derzeit mehr Karten ausgestellt, als für Zuwanderer in Mangelberufen, so Mikl-Leitner. Da das System derzeit noch neu sei, rechne sie damit, dass die Zahl der Anträge künftig steigen wird. Hundstorfer verwies auf das im September eingerichtete Migrationsportal im Internet, welches für potenzielle Bewerber Basiswissen über Österreich enthalte.

Die meisten Karten geht an Kanadier

Die Rot-Weiß-Rot-Card, die aufgrund einer EU-Verordnung rosa-blau-rosa ist, trat mit 1. Juli 2011 in Kraft. Mit diesem Aufenthaltstitel für ausländische Arbeitskräfte wurde als Ersatz für die Quotenregelung ein Zuwanderungssystem nach Kriterien eingeführt. Damit gibt es keine genauen Zahlen mehr, wie viele Personen im darauffolgenden Jahr nach Österreich kommen dürfen. Für Familienangehörige der Karteninhaber gilt mit Ausnahmen die Verpflichtung, vor dem Zuzug Basisdeutschkenntnisse zu erwerben, für die Rot-Weiß-Rot-Card-Besitzer nicht.

Die meisten Kartenbezieher kommen aus Kanada, gefolgt von den USA, Kroatien, der Russischen Föderation und Serbien. Insgesamt gingen Rot-Weiß-Roten-Karten an Bürger aus mehr als 40 Nationen.

(tt.com/APA)


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