Arzt Adelsmayr durfte Pass behalten und tritt erneut Heimreise an

Eugen Adelsmayr stand am Sonntag in Dubai zum fünften Mal vor Gericht. Am Dienstag kehrt er wieder nach Österreich zurück.

Wien - Der in Dubai wegen Mordes angeklagte oberösterreichische Mediziner Eugen Adelsmayr darf neuerlich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ausreisen. Er soll Dienstag früh via Wien zurück nach Salzburg fliegen. „Doktor Adelsmayr durfte wie vereinbart seinen Pass behalten“, berichtete Peter Launsky-Tieffenthal, der Sprecher des Außenministeriums.

Ende September erlaubten die Behörden dem Bad Ischler erstmals die Rückkehr nach Österreich. Adelsmayr, dem bereits im Februar 2009 der Tod eines Patienten im Rashid Hospital zu Last gelegt wurde und der seither nicht mehr nach Österreich ausreisen durfte, erhielt seinen Reisepass zurück. Nach umfangreichen diplomatischen Bemühungen wurde dem 52-Jährigen eine humanitäre Ausreiseerlaubnis erteilt - Grund dafür ist die schwere Krankheit der Frau des Mediziners. Auch in Zukunft darf Adelsmayr die Zeit zwischen den Verhandlungen in Österreich zu verbringen.

Am Sonntag stand der 52-Jährige zum insgesamt fünften Mal vor Gericht. Mit der eineinhalbstündigen Verhandlung ist die Zeugeneinvernahme der Anklage abgeschlossen. Insgesamt fünf Ex-Kollegen von Adelsmayr wurden befragt. „Beim nächsten Prozesstermin am 30. Oktober wird es zur Anhörung erster Zeugen der Verteidigung kommen“, sagte Launsky-Tieffenthal. Der Angeklagte wird weiterhin im Verfahren von der Chefin der Rechtsabteilung des Außenministeriums, Elisabeth Ellison-Kramer, und dem österreichischen Botschafter in den VAE, Julius Lauritsch, unterstützt.

Die Anklage beschuldigt den 52-Jährigen, einen querschnittsgelähmten Patienten im Februar 2009 durch Unterlassung von Hilfeleistung und eine hohe Dosis Opiate getötet zu haben. Adelsmayr soll eine Order ausgegeben haben, dass der Kranke im Falle eines Herzstillstands nicht wiederbelebt werden soll. Als der gelähmte Patient starb, war der Bad Ischler eigenen Angaben zufolge bereits seit 36 Stunden nicht mehr im Krankenhaus. Bereits vor dem Vorfall im Rashid Hospital hatte Adelsmayr seine Kündigung eingereicht, er war dort mehr als drei Jahre als Leiter der Intensivstation tätig. (APA)


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