H&M-Chefin wünscht sich Sonntagsöffnung

Die Österreich-Chefin des schwedischen Textilkonzerns Hennes & Mauritz, Claudia Oszwald, wünscht sich offene Geschäfte am Sonntag.

Wien - Die Debatte um die Sonntagsöffnung flammt wieder neu auf. Die Österreich-Chefin des schwedischen Textilkonzerns Hennes & Mauritz, Claudia Oszwald, wünscht sich offene Geschäfte am Sonntag, wie sie dem „WirtschaftsBlatt“ (Montag) sagte. „Ich persönlich finde, dass in Städten mit hohem Tourismusaufkommen wie in unseren Landeshauptstädten, vor allem aber in Wien, eine Sonntagsöffnung von Vorteil und wünschenswert wäre“, wird Oszwald zitiert.

Ansonsten kämpft H&M mit Umsatzrückgängen, musste zuletzt ein Quartalsminus von 15 Prozent hinnehmen. In Österreich schrumpfte der Umsatz im dritten Quartal um elf Prozent. Oszwald: Der lange Spätsommer habe den Start in die Herbstsaison verpatzt, steigende Rohstoffkosten sowie schlechte Wechselkurse seien stellten weitere Belastungen dar. Dennoch hält die weltgrößte Modekette an ihren Expansionsplänen fest. „Unser Expansionsziel für das Jahr 2011, weltweit 250 neue Stores zu eröffnen, wurde auf 265 erhöht, da in einigen Märkten wie China, Rumänien, Kroatien mehr Geschäfte als geplant eröffnet werden können“, so Oszwald. In Österreich werde im Frühjahr eine Filiale in Schwaz in Tirol aufgemacht, im September wurde ein Store in Salzburg eröffnet.

Häupl dagegen

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) hatte sich erst Ende Juni gegen eine generelle Sonntagsöffnung ausgesprochen. „Ich bin dagegen“, erklärte er damals. Für ihn sei das kein Thema. Mit seiner Meinung fühle er sich aber nicht „einsam“, betonte er mit einem Verweis etwa auf Gewerkschaft und Kirche, die ebenfalls dagegen seien.

Am Sonntag offen zu halten, sei der Wunsch „einzelner Leute“, wie etwa von Einkaufszentrumsbetreiber Richard Lugner. Dieser hatte die Debatte ausgelöst. Er forderte, dass es Geschäften erlaubt werde, an umsatzstarken Sonntagen aufzusperren.

Häupl wies darauf hin, dass „in besonderen Fällen“ am Sonntag offengehalten worden sei und erinnerte an die Ausnahmeregelung während der Fußball-Europameisterschaft 2008. Eine generelle Ausweitung der Öffnungszeiten halte er für nicht gut, betonte der Bürgermeister. (APA)


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