Uni präsentiert neues Modell zur Lehrerausbildung

Mit der School of Education positioniert sich die Universität Innsbruck innerhalb eines internationalen Kreises und schlägt damit einen neuen Weg in der Lehrerbildung> ein.

Innsbruck – „Wenn die Lehrerbildung nach Angaben des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur an einem Ort gebündelt werden soll, kann dies in Tirol wohl nur an der Universität Innsbruck stattfinden. Natürlich nur dann, wenn sich die Universität klar zum Lehramt bekennt - wir tun das heute zum wiederholten Mal - und eigene Strukturen dafür hat bzw. schafft“, erklärt Tilmann Märk, geschäftsführender Rektor und Vizerektor für Forschung der Uni Innsbruck.

Ergänzend fügt Märk hinzu, dass „es evident ist, dass die Universität Innsbruck bereits seit vielen Jahren entsprechende Kompetenzen aufgebaut hat, und über die notwendigen Infrastrukturen und die erforderliche Administration verfügt, um eine derartige Aufgabe zu bewerkstelligen.“ „Mit dem Zentrum für Lehrerbildung haben wir gezeigt, dass die Aus- und Weiterbildung von Lehrern für die Uni Innsrbuck von Bedeutung ist und man dafür Hand anlegen und Strukturen schaffen muss“, so Margret Friedrich, Vizerektorin für Lehre und Studierende der Uni Innsbruck. Unter anderem wurden zur organisatorischen Stärkung auch eine Stabstelle für Lehramt beim Vizerektorat für Lehre und Studierende und ein Regionales Fachdidaktikzentrum für Naturwissenschaften West gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule eingerichtet.

School of Education

Der Aufgabe, für eine Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrer zu sorgen und sie für die Praxis im Schulalltag vorzubereiten, hat sich die Universität Innsbruck bereits in den letzten Jahren intensiv gestellt. Da sie auch in Zukunft eine optimale Ausbildung der Lehrer garantieren will, präsentiert die Uni Innsbruck ihr Angebot einer Neuorganisation der Lehrerbildung, die auf der Einrichtung einer neuen Fakultät, der School of Education, basiert.

Das Modell der School of Education stammt ursprünglich aus dem angelsächsischen Raum und bildet ein neues Strukturmodell, das als Ganzes stärker an der gesellschaftlichen Relevanz der Berufsfähigkeit von Lehrern orientiert ist. „Die Universitäten haben das Potenzial, für die Lehrerbildung gute Programme anzubieten und tun dies auch schon laufend, da sie keineswegs nur Orte der Theorie, sondern auch Orte einer interessanten und immer wieder neu entstehenden Praxis sind. Dass sich die Universität zur höchst verantwortungsvollen Aufgabe der Lehrerbildung auch bekennt, zeigt sich an der Initiative der Universität Innsbruck, unter dem Leitmotiv der Professionalisierung von Pädagogen eine School of Education zu gründen und damit ein Konzept für Lehrerbildung vorzulegen, das auf vorhandene Potenziale der Universität zurückgreift, aber auch zukunftsorientierte Felder zu eröffnen sucht“, so Ilse Schrittesser vom Institut für Lehrerbildung und Schulforschung und Zentrum für Lehrerbildung.

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Forschung steht an erster Stelle

Die Ansprüche an die Position eines Lehrers haben sich verändert. Da den Lehrern in der Qualität des Bildungssystems eine zentrale Rolle zukommt, müssen sie sowohl bei den Fachinhalten als auch fachdidaktisch und pädagogisch auf dem aktuellen Forschungsstand sein.

Um die Entwicklung von Naturwissenschaft und Technologie voranzutreiben, benötigt die Gesellschaft außerordentliche junge Studierende mit Neugierde, profundem Wissen und tiefgründigem Interesse an Forschung und Wissenschaft. Es ist deshalb sehr wichtig, akademische Ausbildungen, verstärkt in den MINT-Fächern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, zu forcieren. Dadurch werden die Jobaussichten erheblich verbessert und eine sichere Zukunft sowohl aus studentischer als auch aus sozialer Sicht geschaffen.

Aus- und Aufbau

Für die Umsetzung der Einrichtung einer School of Education als Fakultät soll eine Organisationsstruktur mit eigenen Dekan und eigener Fakultätsstudienleitung errichtet werden, geplant ist die Umsetzung bis 2012. Das derzeitig eingerichtete Leitungsgremium des Zentrums für Lehrerbildung, das schon vor einem Jahr gegründet wurde, geht in einem erweiterten Fakultätsrat auf.

Dabei geht es insbesondere um den Aufbau einer Einheit, da die Lehrerbildung bisher auf die einzelnen Fakultäten verteilt war und die Verantwortlichkeiten nicht geklärt waren. „Es muss vor allem der Bereich der Fachdidaktik aus- und aufgebaut werden. Unser Ziel ist es, in jedem Fach eine fachdidaktische Forschung zu verankern“, so Friedrich. In der School of Education sind mindestens drei Institute vorgesehen - ein Institut für Lehrerbildung und Schulforschung, ein Institut für Fachdidaktiken der Naturwissenschaften und ein Institut für Fachdidaktiken der Geisteswissenschaften - die die Lehre und Forschung in den fachdidaktischen, schulpädagogischen und schulpraktischen Ausbildungselementen bündeln.

Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur hat im Juni dieses Jahres die Empfehlungen einer Vorbereitungsgruppe zur Pädagogenbildung Neu veröffentlicht. Laut diesen soll zwischen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen eine abgestimmte Neuorganisation der Lehramtsstudien erfolgen. Diese soll vor allem die Grundbildung in Form von Bachelor- und Masterstudien, die Begleitung der Induktion sowie die Fort- und Weiterbildung von angehenden Lehrern implizieren.

Zahlen und Fakten

Bisher kann man an der Universität Innsbruck 19 Unterrichtsfächer – jeweils in frei wählbaren Zweierkombinationen – studieren. Das Interesse an einem Lehramtsstudium an der Uni Innsbruck ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Insgesamt sind im Wintersemester 2011/12 1959 Lehramtsstudien, in Wirtschaftspädagogik 286 Diplom- und 54 Masterstudien und in Religionspädagogik 87 Bachelor- und 19 Masterstudien belegt. (tt.com)


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