Nach „Gipfel“ in Wien: Unterinntalmaut steigt etappenweise an

Ab 1. Jänner 2012 wird die Strecke zwischen Innsbruck und Kufstein mit einem Mautzuschlag belegt. Anfangs mit zehn Prozent, 2015 sollen es dann 25 Prozent sein.

Innsbruck - Der umstrittene Mautzuschlag von 25 Prozent im Unterinntal für Lkw kommt etappenweise. Das ist das Ergebnis eines „Mautgipfels“ mit Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) am Dienstag in Wien. Wie Landeshauptmann Günther Platter (VP) mitteilte, seien 2012 zehn Prozent geplant, 2013 15 Prozent und 2014 20 Prozent. 2015 soll dann der Zuschlag in voller Höhe erreicht sein.

„Die Ministerin ist uns hier entgegenkommen, zumal sie das auch ohne Zustimmung des Landes entscheiden kann“, so Platter. Die Gelder sollen übrigens als Querfinanzierung für den Brennerbasistunnel (BBT) verwendet werden.

Platter mit „Alleingang nicht glücklich“

Der Landeshauptmann pochte neuerlich auf eine Korridorlösung zwischen München und Verona. Das Land Tirol sei mit diesem „Alleingang“ im Unterinntal „nicht glücklich“. Ziel müsse sein, die gesamte Strecke zwischen München und Verona „so teuer und unattraktiv wie möglich für den Durchzugsverkehr zu machen“.

Bures habe bei dem einstündigen Gespräch zugesichert, sich um ein Förderpaket für die verkehrstechnische Aufrüstung der heimischen Lkw zu bemühen. Platter verlangte außerdem, jetzt auch den Druck gegenüber den Regierungen in Deutschland und Italien zu erhöhen. Nur dieselben Rahmenbedingungen auf der gesamten Strecke würden zu einer Verlagerung des Verkehr führen.

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Gurgiser: „Schnapsidee des Jahrzehnts“

Heftige Kritik an der Unterinntalmaut kam im Vorfeld des Ergebnisses bereits vom Transitforum. Dessen Chef, LAbg. Fritz Gurgiser sprach von einer „Schnapsidee des Jahrzehnts“. Die geplante Maut verteuere bloß den täglichen Einkauf.

Die Grünen hingegen begrüßten die geplante Mauterhöhung. Sie koste der Tiroler Wirtschaft rund fünf MMillionen Euro pro Jahr. Bezogen auf das erfreuliche Exportvolumen des Jahres 2010 betrage die Belastung durch die geplante höhere Unterinntalmaut ganze 0,05 Prozent, rechnete Klubobmann Georg Willi vor. (TT.com/APA)


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