Kenias Armee rückt in Somalia weiter vor

Kenias Armee ist am Dienstag weiter in somalisches Gebiet vorgedrungen. Die Truppen befinden sich nach eigenen Angaben bereits 120 Kilometer jenseits der Grenze. Die Angriffe, die von der Luftwaffe unterstützt wurden, konzentrierten sich demnach auf die Region Afmadow. Nairobi beschuldigt die militant-islamistische Shabaab-Miliz, für die Entführung von Ausländern in Kenia verantwortlich zu sein.

Wegen der Entführungen begann Kenia am Sonntag mit einer Militäroffensive. Soldaten der somalischen Übergangsregierung unterstützen die Kenianer.

Die Shabaab-Miliz kündigte an, kenianische Interessen „im Herzen“ treffen zu wollen, wenn „die Aggression auf somalischem Boden“ nicht beendet werde. Shabaab-Führer Scheich Hassan Dahir Aweys sagte am Dienstag, seine Miliz werde „Kenia an allen möglichen Fronten angreifen“. Die Bevölkerung von Nairobi wurde zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen. Die Miliz bestreitet die Verwicklung in die Entführungen. Kenia ist ein beliebtes Touristenziel und fürchtet um seinen Ruf als Urlaubsland.

Die kenianische Polizei nahm nach eigenen Angaben nahe der Grenze zu Somalia am Sonntag zwei Briten fest, die „terroristischer Aktivitäten“ verdächtigt werden. Die beiden Briten stammen aus der Gegend von Cardiff, wo es eine starke somalische Einwanderer-Gemeinde gibt.

Die 1998 gegründete Shabaab-Miliz kämpft seit 2007 gegen die schwache somalische Übergangsregierung. Sie hat weite Teile des Südens und des Zentrums des Landes unter ihrer Kontrolle. Am Donnerstag wurden zwei spanische Helferinnen der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab entführt und vermutlich über die nahegelegene somalische Grenze verschleppt. Vor ihnen wurden schon eine Britin und eine Französin auf dem Touristen-Archipel Lamu nach Somalia entführt.


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