USA besorgt über Freilassung einiger palästinensischer Häftlinge

Elf Ex-Gefangene befinden sich auf dem Weg in die Türkei, die sich neben Katar und Ägypten zur Aufnahm einiger Gefangener bereiterklärt hatte.

Washington/Ankara – Die USA haben sich besorgt über die Freilassung einiger palästinensischer Gefangener im Austausch für den israelischen Soldaten Gilad Shalit gezeigt. Die Haltung der USA sei der israelischen Regierung übermittelt worden, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Mark Toner, am Dienstag in Washington. Details wollte er nicht nennen. Auf die Frage, ob die freigelassenen Häftlinge eine Gefahr darstellten oder die USA die Freilassung ablehnten, sagte er, die US-Regierung habe in beiden Bereichen Bedenken geäußert.

Israel hatte am Dienstag 477 palästinensische Gefangene gegen den vor fünf Jahren entführten Shalit freigelassen. Weitere 550 palästinensische Häftlinge sollen folgen. Der Deal war zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas ausgehandelt worden, die von den USA als Terrororganisation eingestuft wird. Die Entscheidung zur Freilassung der Palästinenser sei eine „souveräne Entscheidung der israelischen Regierung“, sagte Toner.

Clinton begrüßt Shalit-Freilassung

US-Außenministerin Hillary Clinton begrüßte Shalits Freilassung. Sie sei froh über das Ende seiner „langen Tortur“, sagte Clinton während eines Besuchs in Libyen. Der Soldat sei „viel zu lange“ festgehalten worden.

Unterdessen verließen am Dienstagabend elf freigelassene Palästinenser, darunter eine Frau, Ägypten in Richtung Türkei. Das Flugzeug mit den Ex-Häftlingen wurde nach Angaben eines Vertreters des türkischen Außenministeriums um 23.30 Uhr in Ankara erwartet. Wo die elf Palästinenser leben werden, hat die Türkei noch nicht mitgeteilt. Das Land hatte sich neben Katar und Ägypten bereit erklärt, einige der im Zuge des Gefangenenaustauschs freigelassenen Palästinenser aufzunehmen. (APA/AFP)


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