Französin Banon stellt Justizkampf gegen Strauss-Kahn ein

Die 32-jährige Autorin begnügt sich mit der Anerkennung als Opfer einer „sexuellen Aggression“.

Paris - Die französische Autorin Tristane Banon hat am Mittwoch angekündigt, dass sie keine rechtlichen Schritte gegen den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds“ (IWF), Dominique Strauss-Kahn, unternehmen werde, dem sie einen Vergewaltigungsversuch im Jahr 2003 vorgeworfen hatte. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte am vergangenen 13. Oktober beschlossen, die von Banon eingereichte Klage gegen den 62-Jährigen wegen Verjährung zu archivieren.

Tristane Banon begründete ihren Verzicht auf weitere rechtliche Schritte damit, dass die französische Justiz durch die Anerkennung der Verjährung auch ihren „Opferstatus“ anerkannt habe. Die Staatsanwaltschaft definierte den Tatbestand als sexuelle Aggression, die sich nach drei Jahren verjährt, und nicht als Vergewaltigungsversuch mit zehnjähriger Verjährung, wie die 32-Jährige es gewünscht hätte. „Im Brief, den mir die Staatsanwaltschaft geschickt hat, steht geschrieben, dass es eine sexuelle Aggression gegeben hat, also ist mein Opferstatus ad minima anerkannt“, sagte die Französin im Fernsehsender „Canal Plus“ und fügte hinzu: „Ich behaupte weiter, dass es ein Vergewaltigungsversuch war, aber man kann nicht mehr sagen, dass ich Geschichten erfunden habe.“

Bei der Anhörung durch die Polizei hatte Strauss-Kahn zwar zugegeben, Annäherungsversuche gegenüber Banon gemacht zu haben, allerdings dementierte er jede Gewaltanwendung. Die Französin hatte im vergangenen Juli gegen den Sozialisten Anklage erstattet, nachdem ihm ein Zimmermädchen in einem New Yorker Hotel bereits einen Vergewaltigungsversuch vorgeworfen hatte.

Auch das Verfahren gegen Strauss-Kahn in New York wurde eingestellt. Tristane Banon veröffentlichte vergangene Woche ein Enthüllungsbuch zu der Affäre mit dem Titel „Le Bal des hypocrites“ („Der Ball der Heuchler“). „DSK“ musste wegen der Sexualaffären vom IWF-Vorsitz zurücktreten und seiner politischen Karriere zunächst ein Ende bereiten, obwohl er in Umfragen als linker Favorit für die französische Präsidentenwahl von 2012 galt. (APA)


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