Knochen auf Mülldeponie: Mord nach 29 Jahren vor Aufklärung

1982 verschwand die 18-Jährige Lolita Brieger spurlos. In einem „mit Folie umhüllten Paket“ fanden Polizeibeamte nun Knochen und Kleidungsreste - vermutlich von der schwangeren Frau.

Trier/Frauenkron – Sie war 18 Jahre alt und im sechsten Monat schwanger: Im November 1982 verschwand Lolita Brieger in der Nähe von Trier plötzlich. Fast drei Jahrzehnte fehlte von der Frau jede Spur. Am 9. September wurde ihr mutmaßlicher Mörder gefasst. Und nun hat die rheinland-pfälzische Polizei möglicherweise auch ihre sterblichen Überreste gefunden.

Der entscheidende Hinweis kam nach der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Ende August war der Fall dort wieder aufgenommen worden. Ein Zeuge meldete sich. Er habe dem mutmaßlichen Mörder bei der Entsorgung der Leiche geholfen. Er nannte den Ermittlern einen Namen - und führte sie zu einer ehemaligen Mülldeponie.

Rund zwei Wochen wurde das Areal akribisch von der Polizei abgesucht. Am letzten Tag der Suche, im letzten Suchgebiet wurden die Beamten am Mittwoch fündig. Sie stießen in der Erde auf ein „mit Folie umhülltes Paket“. Darin befanden sich Knochen und Kleidungsreste. „Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Überreste von Lolita Brieger“, erklärte Einsatzleiter Wolfgang Schu.

Hundertprozentige Sicherheit wird es erst nach einem DNA-Abgleich geben. Noch am Nachmittag sollen Rechtsmediziner aus Mainz erste Spuren sichern und mit den Untersuchungen zur Identifizierung beginnen. „Die Suche scheint mit Erfolg gekrönt zu sein“, teilte die Staatsanwaltschaft Trier mit.

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Der Verdächtige - Lolitas damaliger Freund und Vater des ungeborenen Kindes - sitzt seit Anfang September in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der heute 50-Jährige die junge Frau vor 29 Jahren umgebracht hat. Er selbst schweigt zu den Vorwürfen. (tt.com, dpa)


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