Dänische Polizei löste Protestlager nach Occupy-Wallstreet-Muster auf

Die Polizei nahm elf Demonstranten fest. Die Kundgebungs-Bewilligung sei ausgelaufen, begründete die Exekutive ihr Eingreifen.

Kopenhagen – Die Kopenhagener Polizei hat ein nach Muster der New Yorker „Occupy Wallstreet“-Bewegung begonnenes Protestlager aufgelöst. Bei dem Einsatz wurden elf Personen festgenommen. Nachdem am vergangenen Samstag im Zuge weltweiter Kundgebungen rund 1000 Menschen gegen soziale Ungerechtigkeit und den Einfluss von Großbanken auf die Politik in der dänischen Hauptstadt demonstrierten, hatten einige Aktivisten Zelte aufgestellt und sich auf eine längerfristige Besetzung eines Areals auf dem Kopenhagener Rathausplatz eingerichtet.

Die Polizei begründete ihr Einschreiten mit dem Auslaufen der Kundgebungsbewilligung. Das Lager habe begonnen, sich auszuweiten und sei dabei gewesen „einen permanenten Charakter“ anzunehmen, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau. 15-20 Personen hätten den Platz freiwillig geräumt, die übrigen elf hätten sich geweigert und seien vorübergehend festgenommen worden. Dabei hätten sie keinen Widerstand geleistet.

Die Elf müssen wegen Nichtbefolgung von Anweisungen mit Verwaltungsstrafen rechnen, sagte der Sprecher. Nach den weltweiten Demonstrationen vom vergangenen Samstag haben Aktivisten in mehreren Städten Europas im öffentlichen Raum Zeltlager errichtet. (APA)


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