Jeder gegen Jeden: FPÖ und BZÖ beschuldigen Grüne und SPÖ

In der Telekom-Affäre schieben sich die Parteien nach den jüngsten Behauptungen des Lobbyisten Peter Hochegger gegenseitig den Schwarzen Peter zu.

Wien – Jeder gegen Jeden scheint derzeit das Motto bei den diversen Vorwürfen in den verschiedenen Korruptions-Affären im Allgemeinen und der Telekom-Affäge im Besondern zu sein. Nach den vom Lobbyisten Peter Hochegger behaupteten Kontakten der Telekom zur Grünen Abgeordneten Gabriela Moser und der früheren Grünen Mandatarin Monika Langthaler sowie zum früheren SPÖ-Kommunikationschef Heinz Lederer haben sich FPÖ und BZÖ am Donnerstag auf die Grünen und die SPÖ eingeschossen.

FPÖ: Grüne und SPÖ bis zum Hals im Telekom-Sumpf

Die Aussagen Hocheggers zeigen für FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky, „dass SPÖ und Grüne bis zum Hals im Telekom-Sumpf stecken“. Vor allem SPÖ-Klubobmann Josef Cap und Ex-SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer hätten erhöhten Erklärungsbedarf und sollten kundtun, was bei den von Lederer vermittelten vertraulichen Telekom-Gesprächen besprochen worden sei. Im Untersuchungsausschuss werde die SPÖ Gelegenheit haben, dazu ausführlich Stellung zu nehmen, kündigte Vilimsky in einer Aussendung an. Aber auch Langthalers Tätigkeit will der FPÖ-Generalsekretär im U-Ausschuss „genauestens durchleuchtet“ haben.

BZÖ: Grüne haben Jungfräulichkeit im Skandal verloren

Für BZÖ-Koordinator Markus Fauland haben die Grünen „ihre Jungfräulichkeit in diesem Skandal endgültig verloren“. Da nun auch die Grünen „mittendrin“ in diesem „Korruptionssumpf“ seien, sollte statt Moser ein „unabhängiger, pensionierter Richter“ den U-Ausschuss leiten, forderte Fauland in einer Aussendung. Wegen der Aussage Hocheggers, dass Langthaler auch gute Kontakte zur Niederösterreichischen ÖVP habe, will das BZÖ auch Landeshauptmann Erwin Pröll als Zeugen vor den U-Ausschuss laden. Fauland begründete dies damit, dass es „ein System ÖVP-Niederösterreich mit Grüner Beteiligung“ gebe. Der Bündniskoordinator hält jedenfalls die Versuche der Grünen, der SPÖ und der ÖVP, „mit Weißwaschprogrammen in den Korruptionsaffären durch die Lande zu ziehen“ für „reine Makulatur“. (tt.comAPA)


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