„Wir haben lange auf diesen Moment gewartet. Gaddafi ist tot“

Der libysche Premierminister Mahmoud Jibril bestätigte den Tod des Despoten. Nach 42 Jahren hat das diktatorische Regime ein Ende.

Tripolis – Der langjährige libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi soll nach mehreren Berichten tot sein. Seine Leiche sei nach Misrata (Misurata) gebracht worden. Zuvor hatte es geheißen, Gaddafi sei bei seiner Flucht aus Sirte schwer verletzt worden. Für die Berichte gab es bisher keine unabhängige Bestätigung.

Auf den Straßen von Tripolis wird die Ergreifung des Diktators bereits mit Freudenschüssen und Hupkonzerten gefeiert.

Nur Stunden vorher hatten die Truppen der libyschen Übergangsregierung Sirte, die letzte Stellung des Machthabers, eingenommen.

Die Entwicklungen im Live-Bericht:

18.17 Uhr: Mit dem Tod des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi geht nach den Worten von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel ein blutiger Krieg zu Ende, den dieser gegen sein eigenes Volk geführt habe. „Dieser Tag setzt einen Schlusspunkt unter das Regime Gaddafi, es ist ein wichtiger Tag für die Libyer“, erklärte Merkel am Donnerstag. „Der Weg ist nun endgültig frei für einen politischen Neuanfang in Frieden. Darüber ist Deutschland erleichtert und froh.“

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18.13 Uhr: Der französische Außenminister Alain Juppe (UMP) hat am Donnerstag bei Bekanntgabe des Todes des ehemaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi „das Ende von 42 Jahren Tyrannei“ in Libyen begrüßt und betont, dass Frankreich „stolz darauf“ sei, dem libyschen Volk geholfen zu haben. „Die Ankündigung des Todes von Gaddafi und der Fall von Syrte sind das Ende einer sehr schwioerigen Periode für das libysche Volk. Es ist das Ende von 42 Jahren Tyrannei, eines Militärkonflikts, der sehr hart für das libysche Volk war“, so Juppe.

Schüsse in Kopf und Bauch

17.30 Uhr: Der libysche Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi ist durch Schussverletzungen ums Leben gekommen. Das bestätigte ein Arzt im Krankenhaus von Misrata, in das der Leichnam von Sirte aus gebracht worden war. Gaddafi sei am Kopf und am Bauch von Schüssen getroffen worden, sagte der Arzt dem Nachrichtensender Al-Jazeerara. Der Vize-Vorsitzende des libyschen Nationalrates, Abdulhafiz Ghoga, hat den Tod Gaddafis ebenfalls bestätigt. „Wir können der Welt bekanntgeben, dass Muammar al-Gaddafi von Rebellenhand getötet wurde“, erklärte er auf einer Pressekonferenz in Benghazi. „Die Tyrannei von Gaddafi ist damit zu Ende, das Kapitel ist abgeschlossen.“

17.27 Uhr: „Mit dem Tod von Muammar al-Gaddafi gehen mehr als 42 Jahre Diktatur in Libyen zu Ende. Wenngleich Freude über den Tod eines Menschen nie angebracht ist, herrscht ein Gefühl der Erleichterung, denn jetzt hat das Blutvergießen endgültig ein Ende.“ Das erklärte Außenminister und Vizekanzler Michael Spindelegger (V) am Donnerstag in einer ersten Reaktion auf die Nachricht vom Tod des langjährigen libyschen Machthabers.

17.20 Uhr: Es ist offiziell: Der libysche Ministerpräsident Mahmoud Jibril hat den Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi bestätigt. Jetzt sei es an der Zeit, ein neues, einiges Libyen zu schaffen, sagte Jibril am Donnerstag in Tripolis. Unterdessen berichteten Vertreter der Übergangsregierung, dass auch Gaddafis Sohn Motassim von Kämpfern der neuen Führung erschossen worden sei. Gaddafis vor allem im Ausland bekannter Sohn Saif al-Islam sei auf der Flucht von Einheiten der Regierung eingekreist.

17.17 Uhr:

Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle hofft angesichts der Berichte über den Tod von Libyens Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi auf einen demokratischen Wandel in dem nordafrikanischen Land. Der FDP-Politiker äußerte am Donnerstag in Berlin die Erwartung, „dass die Menschen in Libyen nach Jahrzehnten der Diktatur ein neues demokratisches Kapitel aufschlagen können“.

17.07 Uhr:

Der britische Premierminister David Cameron hat dem libyschen Volk nach der Nachricht vom Tod von Muammar al-Gaddafi weiter Unterstützung zugesagt. Die Menschen in Libyen hätten nun eine noch größere Chance, sich eine Zukunft aufzubauen, sagte Cameron am Donnerstag in London. Dabei werde man mit ihnen zusammenarbeiten und sie unterstützen. „Ich bin stolz auf die Rolle, die Großbritannien dabei gespielt hat“, sagte er mit Blick auf den Sturz des Gaddafi-Regimes. Cameron erinnerte zugleich an dessen Opfer.

17.05 Uhr:

Ein Augenzeuge berichtete Al-Arabiya, er habe am Donnerstag ein Video des gefangen genommenen Sohns Gaddafis, Motassim, gesehen. Dieser sei blutüberströmt aber lebend auf einem Bett gelegen. Er habe einen Bart und ein blutverschmiertes Unterhemd getragen.

17.01 Uhr:

US-Außenministerin Hillary Clintons erste Reaktion, als sie in Kabul via Smartphone von den Berichten über Gaddafis Schicksal erfuhr: „Wow.“

16.55 Uhr:

Ein Augenzeuge sagte dem Nachrichtensender Al-Arabija, der Leichnam Gaddafis sei am Donnerstag in das Viertel Souk al-Tawansa in Misrata gebracht worden. Dort sollte er an Gerichtsmediziner übergeben werden. Der Augenzeuge sagte, die Leiche des Tyrannen sei nicht verstümmelt. Er sei offensichtlich durch Schüsse gestorben.

16.50 Uhr:

CNN berichtet, dass es eine Art Obduktion der Leiche Gaddafis geben soll. Es sollen unter anderem auch die genaue Todesursache und der Todeszeitpunkt geklärt werden.

16.36 Uhr:

Die Leiche Gaddafis ist nach einem Bericht von Al-Jazeera Arabic in einer Moschee in Misrata angekommen.

16.22 Uhr:

Nach Angaben eines Vertreters der US-Regierung hat der libysche Übergangsrat den Tod Muammar al Gaddafis bestätigt.

16.20 Uhr:

Durch die Kämpfe der vergangenen Wochen liegt nun de facto Sirte in Trümmern, viele der ehemals 120.000 Einwohner sind geflohen.

In Sirte hatte Gaddafi seine treuesten Gefolgsleute, was auch die Kämpfer der neuen Führung des Landes zu spüren bekamen.

16.15 Uhr:

Tripolis feiert: Die Menschen strömen auf den Märtyrer-Platz, auf dem auch Gaddafi seine Reden hielt. „Libyen ist frei“ schallte es über den Platz.

16.13 Uhr:

Mehrere Fernsehsender zeigen Bilder von dem Ort in Sirte, an dem die Kämpfer Gaddafi angeblich gefunden hatten. Zu sehen sind zwei große Betonröhren, darüber hat jemand auf eine Betonwand gesprüht: „Dies ist der Platz der verfluchten Ratte Al-Gaddafi - Gott ist groß“. Vor den Betonröhren liegen zwei Leichen am Boden. Eine wirkliche Bestätigung, dass Gaddafi hier aufgespürt wurde, gibt es nicht.

16.02 Uhr:

CNN zeigt ein Handy-Video, das offenbar Gaddafi kurz nach seiner Ergreifung zeigt. Die Bilder sind sehr verwackelt und unscharf. Zu sehen ist ein blutender Körper. Das Gesicht ist kaum zu erkennen. Offensichtlich ist, dass der Mann schwer verwundet ist. Unklar ist, ob es sich um die Leiche des Diktators handelt oder ob er zum Zeitpunkt der Aufnahme noch am Leben war. Es gibt keine Bestätigung, ob es sich um Gaddafi handelt.

15.53 Uhr:

Soldaten präsentieren eine goldene Pistole, die Gaddafi gehört haben soll. Die Kämpfer sagen, er habe sie bei sich gehabt, als er überwältigt wurde.

15.48 Uhr:

Ben Farmer, Reporter des Daily Telegraph berichtet auf der Homepage der englischen Tageszeitung: „Die Fahrzeuge von Oberst Gaddafi wurde letztlich in einem Kanal an einer Landstraße westlich von Sirte von den Rebellen umstellt. (...) Der Gaddafi und seine Bodyguards verkrochen sich in den Rohren. Schließlich wurden die Männer von den Kämpfern gefangen genommen und weggebracht.“

15.41 Uhr:

Anti-Gaddafi-Kämpfer verbrennen libysche Fahnen, feuern in die Luft und feiern so den Niedergang der Diktatorenherrschaft. Auch auf den Straßen der Stadt Misrata, die von den Gaddafi-Truppen monatelang mit Artillerie bombardiert worden waren, jubeln die Menschen an diesem historischen Tag und verteilen Süßigkeiten, berichtet die dpa.

15.40 Uhr:

Als „Ende einer Ära von Depotismus und Repression“ haben die EU-Spitzenpolitiker Herman Van Rompuy und Jose Manuel Barroso den von Vertretern des libyschen Übergangsrats verkündeten Tod von Diktator Muammar al-Gaddafi bezeichnet. Der EU-Ratspräsident und der EU-Kommissionschef betonten am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung: „Heute kann Libyen ein Kapitel seiner Geschichte abschließen und eine neue demokratische Zukunft in Angriff nehmen.“ Sie riefen den Übergangsrat auf, einen Versöhnungsprozess auf breiter Basis zu verfolgen, der einen demokratischen, friedlichen und transparenten Übergang des Landes gewährleiste. Das libysche Volk habe zu lange an Depotismus und Repression gelitten.

15.33 Uhr:

Die letzten Worte Gaddafis sollen laut CNN gewesen sein: „Wer sind Sie? Was geht hier vor?“

15.31 Uhr:

Ein Sohn des gestürzten libyschen Machthabers Muammar Gaddafi ist Fernsehberichten zufolge in der Stadt Sirte gefasst worden. Einheiten der Übergangsregierung hätten Motassim Gaddafi lebend gefangengenommen, berichteten die Sender Al-Dschasira und Al-Arabija am Donnerstag. Einzelheiten nannten sie nicht. Al-Dschasira berichtete ferner unter Berufung auf einen Vertreter der Übergangsregierung, Gaddafis Sohn Saif Al-Islam sei vermutlich noch auf der Flucht in der Wüste im Süden Libyens.

15.30 Uhr:

Der arabischer Fernsehnsender Al-Arabiya hat am Donnerstag berichtet, dass die Leiche des gestürzten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi in Misrata eingetroffen ist. Der Sender habe die Erlaubnis erhalten, die Leiche zu filmen.

15.10 Uhr:

Die NATO hat am Donnerstagmorgen einen Autokonvoi in der umkämpften libyschen Stadt Sirte bombardiert, in dem sich möglicherweise der getötete Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi befand. Wie ein Sprecher des NATO-Einsatzes in Libyen mitteilte, bomardierten NATO-Flugzeuge um 8.30 Uhr Ortszeit „zwei Militärfahrzeuge der Pro-Gaddafi-Truppen“, die als Teil eines größeren Konvois nahe Sirte unterwegs waren. „Diese bewaffneten Fahrzeuge führten militärische Operationen aus und stellten eine klare Bedrohung für Zivilisten dar“, begründete der Sprecher des NATO-Einsatzes den Angriff auf den Konvoi. Eine offizielle Bestätigung der NATO des Schicksals Gaddafis war zunächst nicht zu erhalten. Nach Angaben eines NATO-Diplomaten wurden die Mitgliedsländer der Allianz jedoch von Vertretern der neuen Führung in Libyen zunächst von der Gefangennahme Gaddafis informiert.

15.01 Uhr:

Milizionäre hätten versucht, ein Haus in Sirte zu stürmen. Gaddafi habe versucht zu flüchten. Er könne aber nicht sagen, ob der 69-Jährige in dem Haus oder in einem Fahrzeug getötet wurde, sagte Shammam weiter.

14.54 Uhr:

Mahmoud Shammam, ein Sprecher des NTC, sagte zu CNN: „Wir können noch nichts bestätigen. Aber alle Hinweise, die wir haben, besagen, dass Oberst Gaddafi Geschichte ist.“ Er rechnet damit, dass es in etwa einer Stunde eine offizielle Stellungnahme des Übergangsrats geben wird. „Noch gibt es viele Gerüchte. Aber ich bin mir sicher, dass wir in wenigen Stunden die genaue Geschichte dieses historischen Tages kennen werden.“

14.43 Uhr:

„Der Krieg ist zu Ende“: Mit diesen Worten hat Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi am Donnerstag Medienberichte kommentiert, nach denen der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi getötet worden sei. Laut Berlusconis Vertrauensleuten habe der Premier den lateinischen Spruch „Sic transit gloria mundi“ (So vergeht der Ruhm der Welt) hinzugefügt.

14.40 Uhr:

Mahmoud Shammam, ein Sprecher des NTC, sagte in Tripolis zur BBC: „Wir warten auf die Bestätigung aus Benghazi. Ich kann bestätigen, dass es einen Konvoi gab. Aber ich kann nicht bestätigen, wer der „große Fisch“ war.“

14.37 Uhr:

Der englische Guardian berichtet auf seine Webseite, dass die NATO bei einem Luftangriff Militärfahrzeuge von Pro-Gaddafi-Truppen beschossen wurden.

14.35 Uhr:

Auf mehreren Nachrichtenseiten ist ein Foto aufgetauch. Es zeigt einen blutüberströmten Körper, bei dem es sich um Gaddafi handeln soll. Auch BBC und CNN haben das Foto veröffentlicht. CNN betonte, der Sender könne die Authentizität der Aufnahme nicht bestätigen.

14.30 Uhr:

„Seine Gruppe wurde heftig beschossen, und er starb“, sagte laut Reuters ein ranghoher Militärvertreter des NTC. Die Leiche des Diktators sei auf dem Weg nach Misrata und soll dort in Kürze ankommen.

14.23 Uhr:

Gaddafi sei an Folgen eines Angriffs auf seinen Autokonvoi gestorben. Der 69-Jährige soll Schussverletzungen in beiden Beinen erlitten haben. Zudem sei ihm in den Kopf geschossen worden, berichtete der Sender Libya TV.

14.19 Uhr:

Auf den Straßen Sirtes wird gefeiert. Die Menschen tanzen, singen, jubeln - und hupen.

14.16 Uhr: Die US-Regierung kann bisher die Gefangennahme oder den Tod Gaddafis nicht bestätigen. Das erklärte die Sprecherin des Washingtoner Außenministeriums, Victoria Nuland.

14.11 Uhr: Ein Sprecher des libyschen Übergangsrates hat angekündigt, dass das Gremium in Kürze eine Erklärung zur angebliche Festnahme oder Tötung von Muammar al-Gaddafi abgeben wolle. Er selbst könne dies „derzeit nicht bestätigen“, sagte Mahmoud Shamman am frühen Donnerstagnachmittag der BBC.

14.08 Uhr: Der libysche Informationsminister sagte zur Ergreifung Gaddafis: „Das ist ein großer Sieg für das libysche Volk.“

14.01 Uhr: Auch Gaddafis Sohn Mutassim und Geheimdienstchef Abdallah Senussi sollen festgenommen worden sein. Aber auch diese Meldung ist noch nicht bestätigt.

13.58 Uhr: Abdel Majid, ein hochrangiger Militärvertreters des Übergangsrats, sagte Reuters, Gaddafi sei in einem Konvoi unterwegs gewesen, der von der NATO aus der Luft beschossen wurde.

13.55 Uhr: Laut einem hochrangigen Militärvertreters des Übergangsrats erlag Gaddafi seinen schweren Verletzungen. Das berichtet Reuters.

13.50 Uhr: Der langjährige libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi soll nach Berichten des Fernsehsenders Al-Arabiya tot sein. Seine Leiche werde nach Misrata (Misurata) gebracht worden.

13.46 Uhr: Gaddafi soll in ein Krankenhaus in Sirte gebracht worden sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

13.43 Uhr: Ein Kämpfer der Übergangsregierung, der Zeuge der Ergeifung Gaddafis wurde, berichtet laut der Nachrichtenagentur Reuters, der Diktator sei in einem Loch versteckt gewesen. Er habe gerufen: „Nicht schießen, nicht schießen.“

13.41 Uhr: Gaddafis Söldner sollen kurz vor dem Angriff auf die Küstenstadt, der 90 Minuten dauerte, versucht haben, mit fünf Lastwagen zu fliehen. Unter Feuer wurden sie festgenommen. 20 Menschen sollen gestorben sein. Ein Arzt berichtete unterdessen, bei den Kämpfen um die bisherige Gaddafi-Hochburg Sirte sei der frühere Verteidigungsminister des Machthabers, Abu Baker Yunis Jabir, getötet worden.


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