Tunesischer Interimsregierungschef ruft zu hoher Wahlbeteiligung auf

eun Monate nach dem Sturz und der Flucht des langjährigen Machthabers Zine El-Abidine Ben Ali ins saudi-arabische Exil werde Tunesien „allen beweisen, dass die Demokratie gelingen kann“.

Tunis – Drei Tage vor den Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung in Tunesien hat Interimsregierungschef Beji Caid Essebsi die Bevölkerung zur Teilnahme an dem historischen Urnengang aufgerufen. Die Tunesier sollten „ohne Furcht“ ihre Stimme abgeben, erklärte Essebsi in einer am Donnerstag vom Fernsehen ausgestrahlten Rede.

Die Rede wurde während der letzten Kabinettssitzung vor der Wahl aufgezeichnet. Neun Monate nach dem Sturz und der Flucht des langjährigen Machthabers Zine El-Abidine Ben Ali ins saudi-arabische Exil werde Tunesien „allen beweisen, dass die Demokratie gelingen kann“. Es werde kein Machtvakuum geben, da die Übergangsregierung die Amtsgeschäfte vorerst weiterführen werde, sagte Essebsi.

Die islamistische Ennahda-Partei geht als Favoritin in die Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung. Mit der Abstimmung soll in dem nordafrikanischen Land ein neues politisches Kapitel aufgeschlagen werden. Die 217 Abgeordneten sollen eine neue Verfassung ausarbeiten, aber auch einen neuen Staatschef wählen, der dann den Chef einer Übergangsregierung ernennen soll.

Rund einhundert Parteien bewerben sich um die 217 Mandate. Die Umfragen, deren Aussagekraft nicht gesichert ist, sehen die Ennahda-Partei vorne. Mehrere andere Parteien, auch die möglicherweise zweitplatzierte Demokratisch-Progressive Partei (PDP) von Ahmed Nejib Chebbi, haben eine Zusammenarbeit mit der Ennahda ausgeschlossen. (APA/AFP)


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