Produktionsausfälle in Nordafrika bremsen Ölkonzern OMV

Wegen der Nordafrika-Unruhen werde heuer weniger Ölmengen gefördert. Der Jemen und Libyen sind Sorgenkinder.

Wien - Produktionsausfälle in Libyen und Jemen haben den österreichischen Mineralölkonzern OMV auch im dritten Quartal gebremst. Die Gesamtproduktion der Öl- und Gasfirma ging in den Sommermonaten auf 283.000 von 316.000 Barrel pro Tag im Vorjahreszeitraum zurück, wie OMV am Freitag mitteilte.

Wegen der Kämpfe in Libyen stehen die Anlagen von OMV dort seit Monaten still. Normalerweise bezieht der Konzern etwa ein Zehntel seines Öls aus dem Land. Nach dem Sturz des Gaddafi-Regimes und dem Tod des langjährigen Herrschers werde es noch ein bis zwei Jahre dauern, bis die Produktion wieder auf „Vorkriegsniveau“ laufe, sagte OMV-Chef Gerhard Roiss der Tageszeitung „Kurier“.

Auch im Jemen kämpft das Unternehmen weiterhin mit Problemen. Zwar sei eine beschädigte Pipeline dort im Juli repariert worden. Mittlerweile habe es jedoch einen neuerlichen Anschlag auf die Leitung gegeben.

Trotz der Schwierigkeiten steigerte OMV seine Produktion im Vergleich zum schwachen zweiten Quartal um knapp drei Prozent. Grund dafür war eine höhere Förderung in Österreich und Neuseeland sowie die Übernahme von Förderanlagen in Pakistan.

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Raffineriemargen sinken erneut

Die Raffineriemargen, die die Profitabilität des Öl- und Gasgeschäftes messen, sanken im dritten Quartal auf 1,74 Dollar von 1,84 Dollar je Barrel im Vorjahresquartal. Im zweiten Quartal lagen sie bei 1,51 Dollar und damit noch deutlich niedriger. Die Kennzahl setzt die Kosten für die Förderung von Öl und Gas in Relation zu den Gewinnen, die OMV damit erzielt. Die komplette Zwischenbilanz nach den ersten neun Monaten veröffentlicht OMV am 9. November.

In Norwegen beteiligt sich OMV für umgerechnet 23 Millionen Euro an einem Gasfund. Das österreichische Unternehmen kaufe den 20-prozentigen Anteil des Energiekonzerns Noreco an einem Gasfeld vor der norwegischen Küste, teilten die Norweger mit. Neben OMV sind an dem Projekt auch die deutsche RWE , Edison International und Maersk Oil beteiligt. (Reuters)


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