Erste-Chef Treichl auch bei Staatsanwaltschaft Wien angezeigt

Neben der Finanzmarktaufsicht ermittelt nun auch die Staatsanwaltschaft gegen Erste Bank-Chef Andreas Treichl wegen Verdachts auf Bilanzmanipulation.

Wien - Erste-Chef Andreas Treichl ist nicht nur bei der Finanzmarktaufsicht (FMA), sondern auch bei der Staatsanwaltschaft (StA) Wien wegen Bilanzmanipulation angezeigt worden. Die Erste Bank hatte überraschend eine Neubewertung von Credit Default Swaps (CDS) angekündigt, sodass die Bilanzen für 2009 und 2010 korrigiert werden müssten.

Es sei noch offen, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, sagte StA-Sprecher Thomas Vecsey laut „Presse“ vom Freitag. Die FMA hat ein Ermittlungsverfahren bestätigt. Die Erste Bank weist alle Anschuldigungen zurück und versichert, korrekt gehandelt zu haben.

Es sei möglich, dass die Justiz die FMA-Ermittlungen abwarte. Wer die nicht anonyme Anzeige eingebracht habe werde von der Justiz nicht bekanntgegeben, so die Zeitung.

Die SPÖ hatte am gestrigen Donnerstag ein Einschreiten der Justiz gegen Treichl gefordert, weil der Erste-Chef aufgrund der Bilanz 2010 einen Bonus von 1,3 Mio. Euro erhalten habe, weshalb Untreue vorliegen könnte. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter versicherte aber, Treichl nicht angezeigt zu haben. (APA)

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