Vorsitzfrage sorgt weiter für Streit

Pilz bezeichnet Amon als Mosers „Rufmörder“ und verlangt dessen Rückzug. Die SPÖ wünscht sich Gespräche zwischen Schwarz und Grün.

Wien – Auch am Tag nach dem Einsetzungsbeschluss des Korruptions-U-Ausschusses hat sich am Freitag im Parteienstreit um den Vorsitz kein Durchbruch abgezeichnet. Eine Einigung dürfte es wohl erst kommende Woche geben, hieß es bei der Opposition. SPÖ-Fraktionschef Hannes Jarolim riet ÖVP und Grünen zu weiteren Gesprächen. Letztere schossen sich allerdings auf ÖVP-Fraktionschef Werner Amon ein.

Statt sich in den jeweiligen Positionen einzugraben, wäre es für Jarolim sinnvoll, wenn die Betroffenen direkt miteinander verhandeln würden. Wenn die ÖVP Gabriela Moser als Vorsitzende ablehne, müssten eben andere Optionen überlegt werden. Es gebe viele Möglichkeiten, meinte er kryptisch, „die Grünen sollten vielleicht einen Wunsch äußern“.

Einen solchen hatte der Grüne Peter Pilz problemlos parat. Er bezeichnete ÖVP-Fraktionschef Amon gegenüber der APA als Mosers „Rufmörder“ und forderte seine Absetzung. ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf möge ihn durch einen „charakterlich gefestigteren Abgeordneten“ ersetzen. Pilz will mit Amon jedenfalls nicht mehr weiterverhandeln.

Walter Rosenkranz von der FPÖ erwartet sich noch mindestens zwei Verhandlungsrunden bis zur Konstituierung des Ausschusses am kommenden Freitag (28. Oktober). Daneben gebe es laufend Gespräche, einigen müssten sich letztlich SPÖ und ÖVP. Die FPÖ favorisiert weiter ihren Mandatar Peter Fichtenbauer für den Vorsitz. BZÖ-Mandatar Stefan Petzner geht die Debatte „ziemlich auf die Nerven“, auch er erwartet die Einigung erst im Laufe der kommenden Woche.

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