Bangkok bereitet sich auf weitere Überschwemmungen vor

Sechs Distrikte der thailändischen Hauptstadt sind bedroht. Ein Notaufnahmelager wurde evakuiert.

Bangkok – Bangkok hat sich am Montag auf weitere Überschwemmungen vorbereitet. Die Verwaltung der thailändischen Hauptstadt warnte am Sonntagabend, große Wassermassen bewegten sich auf tief gelegene Teile Bangkoks zu und näherten sich sechs Distrikten, darunter unmittelbar ans Stadtzentrum angrenzende Gebiete. Es gebe keine Garantie, dass die aufgebauten Dämme halten, teilte das Krisenzentrum nach Angaben der Lokalpresse mit. Der Bezirk Bang Sue liegt nur noch etwa zehn Kilometer vom Geschäftszentrum der Zwölf-Millionen-Metropole entfernt.

Zu den betroffenen Distrikten gehört das bei Touristen beliebte Viertel Chatujak sowie Don Mueang, wo der zweitgrößte Flughafen der Stadt liegt. Er wird derzeit als Notaufnahmelager genutzt. In einer am Sonntagabend verbreiteten Mitteilung wurden kranke und alte Bewohner der sechs Distrikte aufgerufen, Notunterkünfte aufzusuchen. Die zunächst als Notunterkunft genutzte Thammasat-Universität nördlich von Bangkok sollte am Montag evakuiert werden, nachdem das Wasser auf den Campus bis auf 1,5 Meter Höhe stieg.

Nach Zusammenstößen mit verärgerten Anwohnern hat die Regierung den Zugang zu allen Flutbarrieren verboten. In einigen Regionen nördlich von Bangkok hatten aufgebrachte Einwohner versucht, den Dammbau, der Bangkok besser schützen soll, zu behindern. Sie fürchten, dass das Wasser aus ihren eigenen überschwemmten Straßen und Feldern deshalb langsamer abläuft.

Thailand erlebt seit mehr als zwei Monaten die heftigsten Regenfälle und Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Mehr als 350 Menschen kamen ums Leben, neun Millionen Menschen verloren ihre Häuser. In rund 1700 Notunterkünften mussten mehr als 110.000 Menschen Schutz vor den Fluten suchen. (APA/AFP/dpa)

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