Nach tödlichem Faustschlag: 26-Jähriger verurteilt

Ein 41-jähriger Lokalbesitzer wurde Anfang April am Nachhauseweg brutal niedergeschlagen und starb knapp eineinhalb Monate später an den Folgen der Attacke. Der mutmaßliche Täter wurde jetzt vor dem Innsbrucker Landesgericht verurteilt.

Innsbruck - Es war am 2. April gegen vier Uhr, als es in der Telfer Untermarktstraße im Durchgang zum Rathaussaal zur letztendlich tödlichen Begegnung kam. Ein 41-jähriger Lokalbesitzer wurde von einem zunächst unbekannten Mann attackiert und mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt. Dabei fiel der Wirt so unglücklich auf den Hinterkopf, dass er schwerste Kopfverletzungen erlitt und auf die Intensivstation der Innsbrucker Klinik gebracht werden musste.

Fast eineinhalb Monate später, am 22. Mai, erlag der türkischstämmige Telfer seinen schweren Verletzungen.

Bereits wenige Stunden nach der Tat stellte sich ein ebenfalls türkischstämmiger 26-Jähriger der Telfer Polizei. Der bisher unbescholtene Mann gab damals unumwunden zu, den Wirt im Alkohol- und Drogenrausch zu Boden geschlagen zu haben.

Am Montag musste sich der gebürtige Türke wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang am Landesgericht Innsbruck verantworten. Vor Richter Markus Neyer zeigte er sich in der Verhandlung geständig. Sein Verteidiger, Salih Sunar, wies aber darauf hin, dass sein Mandant nur dann die volle Verantwortung für den Tod des Kontrahenten übernehme, wenn die so genannte Kausalitätskette während der Behandlung in der Klinik nicht unterbrochen wurde. Das Opfer verstarb nämlich aufgrund von Entzündungen der Hirnhaut, die für die Verteidigung bislang noch nicht ausreichend aufgeklärt wurden.

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Gerichts-Sachverständiger Walter Rabl wurde dazu am Nachmittag befragt. Er kam zu dem Schluss, dass die Kausalität zwischen dem Schlag und dem späteren Tod des Opfer klar gegeben war. Der Verstorbene war in der Klinik sofort versorgt worden und es war auch zu keinerlei Kunstfehlern bei der ärztlichen Behandlung gekommen, so Rabl.

Aufgrund dieser Aussage kam auch Richter Neyer zu einem Schuldspruch. Der Angeklagte wurde zu 18 Monaten bedingter Haft verurteilt. Der Richter wertete das Geständnis und die sofortige Bereitschaft zur Schadenswiedergutmachung sowie die Unbescholtenheit des Täters als mildernd und sah auch sonst keinerlei Erschwerungsgründe.

Entschieden trat Neyer hingegen den Aussagen des Verteidigers entgegen, dass der Tod des Wirtes eine reine Verkettung unglücklicher Umstände gewesen sei. Es läge nämlich sehr wohl im allgemeinen Erfahrungswert, dass durch einen massiven Faustschlag oder durch einen starken Stoß jemand ums Leben kommen könne. Im gegenständlichen Fall war der Faustschlag außerdem so stark, dass die Augenhöhle des Opfers gebrochen wurde.

Aufgrund der bedingten Haftstrafe hat der Verurteilte, der seit dem Vorfall unter starken Depressionen und Angstzuständen leidet, nun Gelegenheit Unterhalt für die drei Kinder und die Frau des Verstorbenen zu leisten. Schon am Montag wurde den Hinterbliebenen eine Zahlung von knapp 15.000 Euro zugesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (TT.com)


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