Münchner Rück will Griechen Schulden erlassen

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück ist bereit, auf einen Großteil der Forderungen gegenüber Griechenland zu verzichten, um das schuldengeplagte Land zu retten. Ein starker Schuldenschnitt sei ein realistischer Weg zur Lösung der gegenwärtigen Krise in der Euro-Zone, sagte Ludger Arnoldussen, Vorstand beim weltgrößten Rückversicherer, am Montag beim Branchentreffen in Baden-Baden.

Nötig sei eine Lösung, die auch halte und nicht auf Kosten von Inflation gehe. Der Konzern hat zuletzt bereits angedeutet, dass die griechischen Staatsanleihen im Portfolio auch im dritten Quartal 2011 wieder zu Abschreibungen geführt hätten. Details sollen Anfang November veröffentlicht werden. Das Niveau aus dem zweiten Quartal werde allerdings nicht wieder erreicht, hieß es. Von April bis Juni hatten sich die Wertberichtigungen auf 703 Mio. Euro summiert, wovon ergebniswirksam 125 Millionen hängen blieben und den Überschuss drückten.

Bis Mittwoch soll der Weg aus der Euro-Krise stehen. Der Rettungsplan für Griechenland wird dabei einen hohen Forderungsverzicht privater Gläubiger beinhalten. Zudem wird er verstärkte Einsatzmöglichkeiten des Rettungsfonds EFSF und Vereinbarungen zu noch engerer Abstimmung in der Wirtschaftspolitik umfassen.

Das operative Geschäft der Rückversicherer wird dieses Jahr durch rekordverdächtige Belastungen aus Naturkatastrophen erschwert, weswegen die Münchener Rück im ersten Halbjahr auch rote Zahlen schrieb. Trotzdem ist die Branche nur bedingt in der Lage, Preiserhöhungen durchzusetzen. „Wir sehen eine generelle Stabilisierung der Preise und in einer Reihe von Segmenten auch härtere Märkte“, sagte Arnoldussen. In sogenannten harten Märkten können Rückversicherer höhere Preise bei ihren Kunden, den normalen Versicherern, durchsetzen.

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Nach den verheerenden Erdbeben in Japan und Neuseeland, Überschwemmungen in Australien sowie unzähligen Stürmen in den USA hatte der Konzern zumindest in den betroffenen Regionen zuletzt mehr Geld für seine Policen einsammeln können. In Australien und Neuseeland verteuerten sich Naturkatastrophen-Deckungen um durchschnittlich 40 bis 50 Prozent, in den USA und Lateinamerika waren es zehn Prozent.


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