Landesregierung genehmigte Kompromiss für Windpark

Die Südtiroler Landesregierung genehmigte gestern ein abgespecktes Projekt und strich drei Standorte. Sowohl Alpenverein als auch Projektwerber geben sich kämpferisch. Baustart der 19 Windräder bleibt unklar.

Bozen - Im Fall des geplanten und heftig kritisierten Windparks am Brenner hat die Südtiroler Landesregierung am Montag grünes Licht gegeben - allerdings für eine abgespeckte Version. Laut Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) dürfen es nur mehr 19 Windräder sein, teilte er bei der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung in Bozen mit. Vorgesehen waren ursprünglich 31 Windräder

Durnwalder verwies darauf, dass dies ein Kompromiss zwischen der Notwendigkeit von Anlagen zur Produktion von Alternativenergie und dem Landschaftsschutz sei. Mit der neuen Anlage könnten 100 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich erzeugt werden. Dies sei vergleichbar mit dem Strombedarf des Wipptals.

Voraussetzung für die Realisierung seien allerdings einige Auflagen. So forderte die Landesregierung einen ökologischen Begleitbericht und einen Radar für den Vogelschutz. Damit soll der Flugverkehr der Vögel rechtzeitig erfasst und die Anlagen im Notfall abgeschaltet werden. Zudem dürfe es laut Landeshauptmann nur mehr eine Zufahrt zum Windpark geben.

Besonders die Alpenvereine aus Österreich (OeAV), Deutschland (DAV) und Südtirol (AVS) hatten sich gegen den Bau des Windparks am Sattelberg ausgesprochen. Durch den Park und den dazugehörigen Infrastrukturmaßnahmen würde einer der wenigen noch naturnahen Landschaftsräume im Brennergebiet zerstört werden. Zudem würden Zugvogelrouten massiv gestört, kritisierten sie.

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Dass die Südtiroler Politiker mit ihrem gestrigen Beschluss klar die negative Empfehlung des Umweltbeirates ignorierten, weiß Umweltlandesrat Michl Laimer zu erklären. Immerhin hätten beide Projekte viele Doppelgleisigkeiten aufgewiesen, wie etwa eigene Stromleitungen oder Bauwege: „Wir haben ihnen gesagt, dass sie sich bewegen müssen.“ Nun, da es nur noch um ein Projekt gegangen sei, sei die Ausgangslage eine andere gewesen. „Natürlich ist das ein Eingriff in die Landschaft. Aber wer von Kohle und Atom loskommen will, der muss auch etwas dafür tun“, urteilt Laimer.

Anton Seeber, Chef der beteiligten Firma Leitwind, nahm den Beschluss gestern mit gemischten Gefühlen auf. Mit den drei gestrichenen Windrädern seien nämlich nicht nur die einsichtigsten und exponiertesten, sondern auch die „produktivsten Anlagen“ weggefallen. (mami, APA)


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