Italienische Sondersitzung ohne Ergebnis

Eine Sondersitzung des italienischen Kabinetts über weitere Reformen ist am Montagabend Regierungskreisen zufolge ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Ministerpräsident Berlusconi traf sich mit der Lega Nord, die die beabsichtigte Heraufsetzung des Pensionsalters auf 67 von derzeit 65 Jahre ausdrücklich ablehnt. Berlusconi ist auf die Unterstützung der Partei angewiesen.

Italien ist mit einer Verschuldung von 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes eine Schwachstelle in der Euro-Zone. Es gibt Befürchtungen, dass das Land den gesamten Währungsraum in Gefahr bringen könnte, wenn es ihm nicht gelingt, das Vertrauen der Finanzmärkte zurückzugewinnen.

Gegen Rufe von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nach weiteren Reformen setzte sich Berlusconi am Montag jedoch zur Wehr. Kein Land der Euro-Zone könne einem anderen Land Lektionen erteilen, ließ er mitteilen. Merkel und Sarkozy hatten Berlusconi am Sonntag unter Druck gesetzt. In italienischen Medien wurde das als Erniedrigung für den 75-Jährigen gewertet. Berlusconi kündigte an, bei dem kommenden EU-Gipfel am Mittwoch, konkrete Vorschläge zur Schuldenreduzierung vorzulegen.


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