„Mobiles Denkmal für den unbekannten Deserteur“ in Tirol

Monument gilt Wehrmachtsdeserteuren und jenen aus aktuellen Kriegsgebieten - Soll Diskurs zu Widerstand, Verweigerung und Desertion anregen.

Innsbruck - Mit einem mobilen Denkmal wird zur Zeit in Tirol den Deserteuren der NS-Wehrmacht Augenmerk geschenkt. Unter dem Titel „Mobiles Denkmal für den unbekannten Deserteur“ reist das verspiegelte Monument durch das Bundesland und wird an unterschiedlichen Plätzen aufgestellt. Damit soll der öffentliche Diskurs zu den Themen Widerstand, Verweigerung und Desertion angeregt und diskutiert werden, teilte die Drehbuchwerkstatt Salzburg als Initiatorin der Installation in einer Aussendung mit.

„Für uns stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: ‚Darf jemand von einem anderen verlangen, für einen Staat oder Machtgewinn zu töten oder zu sterben? Ist es nicht längst Zeit, Desertion zu verteidigen, in all den Auseinandersetzungen und Kriegen, die aus Gründen von Machtgier, Bereicherung, religiösem Wahn oder Ausbeutung geführt werden? Und ist hier nicht endlich auch die Kunst gefragt?‘“, führte die künstlerische Leiterin, Gabriele Neudecker, die Idee dahinter aus. Das mobile Denkmal sei demnach auch den Deserteuren aus aktuellen Kriegs- und Krisengebieten gewidmet.

Das Denkmal war Preisträgerprojekt der Tiroler Kulturinitiative 2010. Wenn die Aufstellung an verschiedenen Orten Tirols erfolgreich verlaufe, soll das „Mobile Denkmal für den unbekannten Deserteur“ auch in andere Bundesländer Österreichs wandern. Im vergangenen Frühjahr hatte Wien angekündigt, ein Denkmal für Wehrmachtsdeserteure zu errichten. Auch in Vorarlberg war erst kürzlich über ein derartiges Mahnmal diskutiert worden. (APA)


Kommentieren


Schlagworte