Mordprozess gegen 18-Jährigen vertagt

Kein Urteil hat es am Dienstag im Mordprozess gegen einen Jugendlichen am Landesgericht Wiener Neustadt gegeben, der vor sieben Monaten einen 16-jährigen Freund mit mehreren Messerstichen tötete. Nach diversen Zeugeneinvernahmen und dem Gutachten des Gerichtsmediziners wurde auf 10. November vertagt. Dann ist der Gerichtspsychiater am Wort.

Wie die Staatsanwältin erläuterte, hatte die Polizei nach der Ermordung des 16-Jährigen auch die Handy-Daten des Angeklagten ausgewertet. Dabei fanden die Kriminalisten eine SMS, die der Täter an einen anderen Freund geschickt hatte. „Jetzt bring ich ihn wirklich um“, hatte der Angeklagte darin angekündigt. Er habe sich bei diesem Wortlaut einfach nichts gedacht, versuchte der Angeklagte den Inhalt der SMS herabzuspielen.

Einige Freunde und der Großvater des Angeklagten zeichneten im Zeugenstand ein positives Bild des 18-jährigen. Dieser sei stets ruhig und freundlich gewesen. Nur ein Zeuge, der mit dem Angeklagten während der U-Haft in einer Zelle gesessen war, gab Gegenteiliges zu Protokoll. Der Bursche sei aggressiv gewesen, habe des öfteren „Ausraster“ gehabt. Und einmal habe sich der Angeklagte sogar damit gebrüstet, seinen Freund umgebracht zu haben. „Es ist ein tolles Gefühl, jemanden abzustechen“, soll er sich demnach geäußert haben.

Gerichtsmediziner Wolfgang Denk hat die Leiche des ermordeten Burschen untersucht. 14 Stichwunden, „mit erheblicher Wucht ausgeführt“, wies das Opfer auf. Tödlich waren zwei in den linken seitlichen Brustbereich. Sie durchtrennten zwei Rippen und öffneten Herzbeutel sowie -kammer.

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