Herrscher bei Begräbnis für saudischen Kronprinzen

Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Nahost-Region sind zum Begräbnis von Kronprinz Sultan bin Abdulaziz al-Saud in Riad eingetroffen. Der Staatsakt für den vor drei Tagen in einem New Yorker Krankenhaus gestorbenen Halbbruder von König Abdullah begann am Dienstag mit dem Totengebet, wie ihm staatlichen saudischen Fernsehen zu sehen war.

Zuvor waren unter anderen der sudanesische Präsident Omar al-Bashir, der Chef des in Ägypten regierenden Militärrates, Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas und der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, in Riad eingetroffen.

Der Sarg mit den sterblichen Überresten von Kronprinz Sultan war in der Nacht zuvor in Riad eingetroffen. Hunderte Menschen und zahlreiche Würdenträger empfingen ihn, angeführt von König Abdullah, der selbst erst am vergangenen Wochenende nach einer Rückenoperation aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Ein Foto der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zeigte ihn auf dem Militärflughafen mit einer Atemschutzmaske, die den frisch Operierten offensichtlich vor Infektionen schützen sollte.

Nach dem Tod des Kronprinzen muss König Abdullah nun einen neuen Thronfolger bestimmen. Beobachter rechnen damit, dass sein Halbbruder, der als äußerst konservativ geltende Innenminister Prinz Naif, neuer Kronprinz wird. Bei der Nachfolge-Regelung spricht allerdings auch der Familienrat mit, ein Gremium, das Abdullah 2006 ins Leben gerufen hatte und das die noch lebenden Söhne und einige Enkel des Staatsgründers Ibn Saud umfasst. Dieser hatte mit mehreren Frauen 36 Söhne. Nach seinem Tod im Jahr 1953 wanderte die Königswürde bisher stets von einem Sohn zum anderen.

An dem Begräbnis des Kronprinzen wollte nach Angaben des iranischen Staatsfernsehen auch der iranische Außenminister Ali-Akbar Salehi teilnehmen. Das Verhältnis zwischen Riad und Teheran ist gespannt. In den USA bekanntgewordene Pläne über eine angebliche iranische Verschwörung zur Ermordung des saudischen Botschafters in Washington hatten die Spannungen zuletzt noch verschärft.


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