Trauergottesdienst für Metropolit Staikos in Wien

Hunderte Menschen nahmen in Wien Abschied vom höchsten Representanten der Orthodoxen Kirche in Österreich.

Wien – Der vor einer Woche verstorbene höchste Repräsentant der Orthodoxen Kirche in Österreich, Metropolit Michael Staikos, ist bei einem Trauergottesdienst am Dienstag als Wegbereiter und „Brückenbauer“ der Ökumene gewürdigt worden. Hunderte Trauernde hatten sich in der Dreifaltigkeitskathedrale am Wiener Fleischmarkt eingefunden, um Abschied zu nehmen. Neben Repräsentanten der Orthodoxie hielt auch der römisch-katholische Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, eine Trauerrede.

Vorrangig in griechisch wurde der Trauergottesdienst für Staikos abgehalten, Hauptzelebrant war der Metropolit von Rhodos, Erzbischof Kyrillos Kogerakis, der die Metropolie von Austria nach Staikos‘ Tod interimistisch verwaltet. Neben orthodoxen Würdenträgern aus aller Welt war auch das katholische Episkopat mit Schönborn an der Spitze vertreten, ebenso wie die evangelische Kirche durch Bischof Michael Bünker und die Altkatholiken durch Bischof John Okoro. Auch Bundespräsident Heinz Fischer war gekommen, Botschafter Panagiotis Zografos vertrat die Griechische Republik.

Der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar für Österreich und Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Nicolae Dura, dankte Staikos für dessen unermüdlichen Einsatz und dessen offenes Ohr für die Anliegen der Ökumene. Der Metropolit und frühere ÖRKÖ-Vorsitzende sei „eine lebendige Brücke zwischen dem Heiligen Berg Athos und Mariazell“ gewesen. Auch habe er seine Wurzeln nie verleugnet, sei aber dennoch ein ganzer Österreicher gewesen.

„Er wird für uns eine lebendige Ikone Christi sein und bleiben“, trauerte Schönborn um den „verehrten lieben Bruder und Freund“ Staikos. Die „ökumenische, brüderliche Haltung“ war es dann auch, was der Weiner Erzbischof - wie auch alle anderen Redner - besonders hervorhoben. Schönborn betonte Gemeinsamkeiten wie etwa die „tiefe Liebe“ zur Gnadenmutter im steirischen Wallfahrtsort Mariazell. Dort habe Staikos auch wenige Tage vor dessen Tod Abschied genommen, erzählte der Kardinal.

Nach dem Trauergottesdienst in der Dreifaltigkeitskathedrale erfolgte die Beisetzung von Staikos im Familiengrab am Zentralfriedhof. (APA)


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