Qualmender US-Wahlkampfmanager löst Debatten aus

PR-Patzer oder cleverer Coup? Der in einem Werbevideo rauchende Wahlkampfchef des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Herman Cain hat in den USA heftige Debatten ausgelöst. Mark Block preist dort zuerst die Qualitäten des derzeitigen Spitzenreiters im Rennen um die Kandidatur der Republikaner. Dann nimmt er einen Zug aus seiner Zigarette und bläst den Rauch in Richtung Kamera.

„Bizarr“ und „dumm“ kommentierte am Dienstag nicht nur die „Washington Post“ den ungewöhnlichen Auftritt Blocks. „Wir fragen uns, ob sein (Cains) Wahlkampf die Dinge nicht zu weit treibt“, bemerkte das „Wall Street Journal“ über das Video, das bis Dienstag weit über hunderttausend mal bei der Videoplattform „YouTube“ abgerufen wurde. Der US-Sender CNN wies darauf hin, dass Kandidat Cain selber einmal an Darmkrebs erkrankt war und es daher lassen sollte, indirekt Werbung fürs Rauchen zu machen.

Mark Block ficht die Kritik derweil nicht an. „Die Leute wissen: Wer mich sprechen will, findet mich draußen, mit Handy, Kaffee und Zigarette“, sagte er dem Sender ABC. Er unterstütze das Rauchen nicht, beteuert der 57-Jährige. „Aber so bin ich nun einmal.“ In einer Mitteilung des Wahlkampfteams hieß es, das Echo auf das Video sei „überschwänglich positiv“. Die meisten Leute fänden es toll.

Cain, der einzige schwarze republikanische Bewerber, führt nach einem von der Webseite realclearpolitics.com ermittelten Durchschnitt mehrerer Umfragen mit rund 26 Prozent, knapp vor Mitt Romney.

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