Prozess gegen Arzt in Dubai geht weiter: Verteidigung ist am Zug

Beim nächsten Prozesstermin am Sonntag werden erstmals Zeugen der Verteidigung zu Wort kommen.

Dubai – Der in Dubai wegen Mordes angeklagte oberösterreichische Mediziner Eugen Adelsmayr steht am kommenden Sonntag, dem 30. Oktober, zum sechsten Mal in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) vor Gericht. Derzeit weilt er noch in Österreich, kümmert sich um seine schwer kranke Frau. Am Freitag fliegt er wieder nach Dubai. Wie auch bei den letzten Verhandlungen wird er von Elisabeth Ellison-Kramer, Chefin der Rechtsabteilung im Außenministerium, begleitet werden.

Dem Oberösterreicher und einem indischen Kollegen wird der Tod eines Patienten im Februar 2009 durch unterlassene Hilfeleistung und eine hohe Dosis Opiate zu Last gelegt. Dafür droht dem Bad Ischler im Wüstenstaat die Todesstrafe. Ende September hatten die Behörden Adelsmayr erstmals seit 2009 die Ausreise gestattet. Der Grund: Seine Frau ist schwer krank. „Während meiner Zeit in Dubai kümmern sich meine Söhne und eine Freundin der Familie um meine Frau“, sagte Adelsmayr zur APA.

Beim nächsten Prozesstermin am Sonntag werden erstmals Zeugen der Verteidigung zu Wort kommen. „Wir haben bereits eine Liste mit unseren fünf wichtigsten Zeugen an das Gericht gesendet“, sagte Adelsmayr zur APA. Diese müssen vom zuständigen Richter, einem gebürtigen Ägypter, genehmigt werden. Bei den vergangenen Verhandlungen war die Anklage am Zug, insgesamt fünf Personen wurden von ihr vorgeladen und befragt. „Die Chance, dass wir mehr Zeugen zugelassen bekommen als die Anklage hatte, ist sehr klein“, sagte der Mediziner. Er rechnet damit, dass am 30. Oktober zwei bis drei Personen einvernommen werden können.

Ebenfalls angeklagt und bei der Verhandlung dabei ist der indische Kollege. Dieser war der diensthabende Arzt, als der gelähmte Patient einen Herzinfarkt erlitt. „Unsere beiden Namen stehen auf der Anklageschrift“, sagte Adelsmayr, „dennoch geht es beim Prozess hauptsächlich um mich.“

Für den weiteren Verhandlungsverlauf zeigt er sich nach wie vor zuversichtlich. Doch: „Im schlimmsten Fall kann der Prozess noch ein halbes Jahr dauern“, befürchtet der 52-Jährige. Dennoch möchte er weiterhin zwischen Dubai und Österreich pendeln und die verhandlungsfreien Zeiten bei seiner Frau verbringen. (APA)


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