Regen dämpfte Besucher-Andrang am Wiener Heldenplatz

Trotz Regens hatten sich am Mittwoch bereits Hunderte Besucher in den Morgenstunden bei den offiziellen Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am Wiener Heldenplatz eingefunden.

Wien - BDer heurige Nationalfeiertag hat wetterbedingt weit weniger Schaulustige angezogen als in den Jahren davor. Die politischen Botschaften blieben aber die selben wie immer: Ein allgemeines Bekenntnis zur Neutralität gewürzt mit schönen Worten für Land, Leute und Soldaten. Bundespräsident Heinz Fischer stellte seine Ansprache ins Zeichen der Krise.

Das offizielle Österreich beging den 26. Oktober wie gewohnt zunächst mit einer Kranzniederlegung in der Krypta im Burgtor. Danach folgten ein Sonderministerrat mit Ansprachen durch Bundespräsident, Kanzler, Verteidigungsminister und Bürgermeister sowie eine Angelobung von Rekruten. Ab Mittag öffneten Hofburg, Parlament und diverse Regierungsgebäude ihre Pforten zu einem Tag der offenen Tür. Am Heldenplatz wurden laut dem Wiener Militärkommando seit der Landung der Hubschrauber vergangenen Donnerstag bis Mittwochabend rund 650.000 Besucher erwartet und damit um 100.000 weniger als im Vorjahr.

1400 Rekruten angelobt

Das verregnete Wetter machte sich schon von Beginn an bemerkbar. Der Andrang bei der Angelobung der rund 1400 Rekruten am Heldenplatz war geringer als in früheren Jahren. Die Ansprachen drehten sich hingegen wie schon im Jahr davor zum Teil um die Wehrpflicht. Während Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) für eine Umstellung auf ein Berufsheer warb, verwies Bundespräsident Fischer auf die „zentrale Rolle der verfassungsmäßig verankerten Wehrpflicht“ für das Bundesheer.

Die Erwähnung der Wehrpflicht durch Bundespräsident Fischer wurde im Publikum mit Applaus goutiert. Verteidigungsminister Darabos verwies hingegen einmal mehr auf die politischen Veränderungen in der Welt. Das Bundesheer müsse auf neue Herausforderungen vorbereitet werden.

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Gesellschaftspolitischer Zusammenhalt im Zentrum der Faymann-Rede

Bundeskanzler Werner Faymann (S), der nebenbei seine 2.0-Offensive mit Auftritten auf Facebook, Twitter und Youtube startete, stellte ins Zentrum seiner Ansprache den gesellschaftspolitischen Zusammenhalt. Österreich sei Vorbild darin, bei Konflikten das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Die Soldaten des Bundesheeres lobte er dafür, dass sie immer zur Stelle seien, wenn „Menschen, Tiere und Gebäude“ in Gefahr seien. Allen Rednern gemeinsam war die Bekenntnis zur Neutralität.

Zu Wort meldeten sich auch die Oppositionsparteien. Österreich müsse sich gegen Zentralismus-Bestrebungen in der EU zur Wehr setzen, verkündet FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache. In die gleiche Kerbe schlug auch BZÖ-Chef Josef Bucher. Es sei bezeichnend, dass genau am Nationalfeiertag Österreichs Zukunft am EU-Gipfel von Bundeskanzler Faymann „verraten und verkauft“ werde. Auf eine grundlegende Reform des Bildungssystems legen die Grünen den Fokus bei ihrer Botschaft zum 26. Oktober. Wer bessere Bildung nicht zulasse, enthalte seiner Bevölkerung und damit der Demokratie das Wichtigste vor, beklagte Bundessprecherin Eva Glawischnig, die heute gemeinsam mit Prominenten wie Karl-Heinz Hackl und Alfons Haider vor dem Parlament für das Bildungsvolksbegehren warb. (APA)


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