Beziehungsdrama im Zillertal: Immer wieder auf Frau eingestochen

Das Motiv für den tödlichen Ehestreit in Stumm ist für Ermittler noch völlig unklar. Der 54-Jährige und die tödlich verletzte 57-jährige Frau galten in der Gemeinde als unauffälliges und harmonisches Paar.

Von Matthias Christler

Stumm – Eine unfassbare Bluttat hat am Nationalfeiertag die Gemeinde Stumm im Zillertal erschüttert. Neben all der Trauer und dem Schock stellt sich vielen vor allem die Frage, warum die 57-jährige Frau sterben musste. Unerklärlich. Für die Ermittler ist der 54-jährige Ehemann dringend tatverdächtig. Er soll in den frühen Morgenstunden mit einem Messer mehrmals auf seine Frau eingestochen haben. „Sie weist zahlreiche Messerstiche auf“, sagt Walter Pupp, der Chef des Landeskriminalamtes (LKA).

Nach seinen Schilderungen wurde die Tat erst Stunden nach dem tödlichen Streit entdeckt: Ein Freund des Paares kam als Erster zum Tatort. Er fuhr um 10 Uhr zu dem Mehrparteienhaus, um – wie es ausgemacht war – ein Werkzeug abzuholen. An der Wohnungstür machte ihm niemand auf. Erst nach mehrmaligem Klingeln öffnete der 54-Jährige die Tür. Er war blutverschmiert. Der Freund verständigte sofort die Rettung, die wiederum die Polizei alarmierte.

Als die Polizei eintraf, ließ sich der erheblich verletzte Mann festnehmen und in die Innsbrucker Klinik bringen. Erst nachdem die Einsatzkräfte weiter in die Wohnung hineingingen, fanden sie die Leiche der Frau. Für sie kam jede Hilfe zu spät.

Der Bürgermeister von Stumm, Alois Fasching, kam später zu dem Haus, in dem das Paar seit Jahren gewohnt hat. „Das ist für mich völlig unverständlich. Ich kenne die beiden sehr gut“, sagt Fasching. Sie hätten doch immer so gut harmoniert. „Sie sind immer zusammen spazieren gegangen, Hand in Hand“, beschreibt er, wie er sich an sie erinnert. In letzter Zeit habe der Mann mit seiner Gesundheit zu kämpfen gehabt. Vor Kurzem ist auch der Vater gestorben. „Aber das kann doch nicht diese Tat erklären.“ Die Gemeinde werde nun die Familie so gut es geht unterstützen. Die Mutter des Mannes und die gemeinsamen drei Kinder des Paares wurden gestern vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Der 54-jährige Mann konnte laut LKA-Chef Pupp wegen seiner Verletzungen nicht einvernommen werden. Die Leiche der Frau wurde nach Innsbruck gebracht, um sie gerichtsmedizinisch zu untersuchen. Ob das Motiv je geklärt werden kann, sei derzeit noch unklar. „Der überwiegende Teil von Tötungsdelikten passiert eben im Beziehungsumfeld“, erklärt Pupp.

Dieser blutige Beziehungsstreit in Stumm endete tödlich. Bei ähnlichen Fällen auf einer Raststation in Angath im September und in einer Wohnung in Wattens vor zwei Wochen wurden die Beteiligten durch Messerstiche schwer verletzt.


Kommentieren