Ehemaliger McKinsey-Chef Gupta wegen Insiderhandels angeklagt

Der 62-Jährige stellte sich am Mittwochmorgen selbst dem FBI. Er wird verdächtigt, dem verurteilten Hedgfonds-Manager Rajaratnam Insidertipps gegeben zu haben.

New York – Ein langjähriger Freund des wegen Insiderhandels verurteilten Hedgefonds-Managers Raj Rajaratnam hat sich am Mittwoch der Polizei in New York gestellt und wurde nun ebenfalls angeklagt. Der einst hoch angesehene Manager Rajat Gupta, Ex-Chef der Unternehmensberatung McKinsey und ehemals im Verwaltungsrat von Goldman Sachs und Procter and Gamble, soll Rajaratnam laut Staatsanwaltschaft Insidertipps gegeben haben.

Schon während des Prozesses gegen Rajaratnam im Mai sagte der Chef der Investmentbank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, aus, dass Aufsichtsrat Gupta in Gesprächen mit Rajaratnam seine Schweigepflicht gebrochen habe. Die Börsenaufsicht SEC warf Gupta vor allem vor, er habe dem Galleon-Chef 2008 gesteckt, dass der Milliardär Warren Buffett fünf Milliarden Dollar (3,59 Mrd. Euro) in Goldman Sachs investieren wolle. Gupta sah sich zu Unrecht verfolgt und verklagte seinerseits die SEC. Beide einigten sich im August, die Klagen fallen zu lassen. Dennoch gab Gupta seine Aufsichtsratsmandate ab. Gegen Gupta ermittelt weiterhin das Justizministerium in Washington als oberste Anklagebehörde des Landes.

Raj Rajaratnam wurde Mitte Oktober wegen Insidergeschäften zu elf Jahren Gefängnis verurteilt - eine der höchsten Strafen, die in den USA wegen dieses Delikts jemals verhängt wurden. Der heute 53-Jährige hatte den Galleon-Hedgefonds gegründet und wurde für schuldig befunden, zwischen 2003 und 2009 millionenschwere Insidergeschäfte getätigt zu haben. Damit soll er rund 72 Millionen Dollar (etwa 52,5 Millionen Euro) verdient haben.

Am Mittwoch, „morgens um 8.10 Uhr“, stellte sich Gupta der Bundespolizei FBI in New York, wie diese mitteilte. Er werde im Laufe des Tages dem Richter vorgeführt. Guptas Anwalt versicherte erneut, sein Mandant sei unschuldig. Die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten seien „absolut substanzlos“, erklärte er gegenüber AFP. Er habe stets ehrlich und integer gehandelt. Sollte er in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen werden, muss Gupta mit einer Strafe von einhundert Jahren Gefängnis rechnen. (APA/AFP)


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