„Todesengel“ Astiz in Argentinien zu lebenslänglich verurteilt

Astiz wurde wegen seiner Beteiligung an der Ermordung zweier französischer Nonnen während der argentinischen Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 verurteilt.

Buenos Aires – Der berüchtigte „Todesengel“ der letzten argentinischen Militär-Diktatur ist am Mittwoch von einem Gericht in Buenos Aires zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der ehemalige Fregattenkapitän Alfredo Astiz und elf andere frühere Offiziere erhielten wegen schweren Menschenrechtsverletzungen jeweils lebenslänglich. Vier Ex-Offiziere wurden zu Haftstrafen zwischen 18 und 25 Jahren verurteilt.

In dem vor zwei Jahren begonnenen Prozess ging es um Entführungen, Folterungen und Morde von Gegnern der Diktatur 1976-1983 in der ehemaligen Marine-Schule ESMA. Astiz (59) wurde unter anderem für die Entführungen der Gründerin der Bewegung oppositioneller Mütter und von zwei französischen Nonnen mitverantwortlich gemacht, die später von den Militärs getötet wurden.

In der ESMA wurden um die 4500 Menschen illegal gefangen gehalten und gefoltert. Ein Großteil dieser politischen Häftlinge wurde in den sogenannten „Todesflügen“ von Marineflugzeugen aus lebend über den Rio de la Plata abgeworfen. Die ehemalige Marine-Schule ist heute Museum und Gedenkstätte.(APA/dpa)


Kommentieren


Schlagworte