Vorbild Reutte: ÖVP und Grüne für Abschaffung der Sonderschule

Unterrichts- und Prüfungsmethoden sollen angepasst und Talente mittels persönlicher Assistenz gefördert werden.

Wien – ÖVP- und Grünen-Mandatare engagieren sich gemeinsam für die Abschaffung der Sonderschulen in Österreich. Kinder mit und ohne Beeinträchtigung sollten gemeinsam unterrichtet werden, forderten Franz-Joseph Huainigg (VP) und Helene Jarmer (Grüne) am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Als Vorbild nahmen sich die beiden den Bezirk Reutte, wo mittels Übergangsphase ein derartiger Wechsel gelungen sei.

Zugang zur gleichen Bildung verschaffen

„Es ist nicht üblich, dass Vertreter von Regierungs- und Oppositionsparteien sich zusammentun“, merkte Huainigg an. Grund sei, dass es sich beim gemeinsamen Unterricht um eine wichtige Botschaft handle. Auch Jarmer betonte das gemeinsame Ziel, Menschen mit Behinderung den Zugang zu gleicher Bildung zu verschaffen.

ÖVP und Grüne setzen auf „inklusiven Unterricht“. Das heißt, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderungen „mittendrin“ im Schulgeschehen und nicht nur dabei sein sollten. Dabei gelte es, Unterrichts- sowie Prüfungsmethoden anzupassen sowie Talente mittels persönlicher Assistenz zu fördern. So könnte behinderte Kinder ebenso am Turnunterricht teilnehmen.

Vorbild Reutte

„Nicht das Kind ist das Problem, sondern das Umfeld“, sagte Roland Astl, Leiter der Sonderpädagogischen Beratungsstelle Reutte, an der derzeit ein Team von fünf Beratungslehrern im Bereich Lern- und Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten arbeitet.

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Das Sonderschulkonzept sei auch deswegen abzuschaffen, da dies oft willkürlich funktioniere. So gebe es auch in den Bundesländern starke Schwankungen beim Zuspruch von sonderpädagogischem Bedarf. „Das Recht auf inklusiven Unterricht gilt für alle Kinder,“ betont Astl.

(tt.com/APA)


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