Tiroler Krebszentrum wird nach Evaluierung weiter gefördert

4,5 Millionen Euro sollen dabei von Bundesseite an Geldern fließen, 2,25 Millionen will das Land Tirol investieren.

Innsbruck – Ein positives Ergebnis hat eine internationale Jury auf Basis einer Evaluierung kürzlich dem vor vier Jahren gegründeten Tiroler Krebsforschungszentrum „Oncotyrol“ ausgestellt. Das erklärten Landeshauptmann Günther Platter (V) und die Verantwortlichen von „Oncotyrol“ am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Damit sei „der Weg frei“ für eine zweite Förderperiode bis zum Jahr 2015, meinte Platter. 13,5 Millionen Euro sollen laut dem Landeshauptmann dafür ab 2012 zur Verfügung gestellt werden.

4,5 Millionen Euro sollen dabei von Bundesseite an Geldern fließen, 2,25 Millionen will das Land Tirol investieren. Mit sechs Millionen Euro wollen sich laut Platter Firmenpartner wie etwa die „Pharmagrößen“ Roche oder Janssen-Cilag weiter am Kompetenzzentrum beteiligen. Den Rest sollen die verschiedenen beteiligten Universitäten aufbringen. „Das Oncotyrol ist eine Erfolgsstory. Es nimmt international eine Vorreiterstellung ein. Die Bewertung der Jury beweist, dass exzellent gearbeitet wird“, erklärte der Landeshauptmann. Die sieben Experten haben laut den Verantwortlichen des Zentrums zwei Tage lang Forschungsprojekte, Organisation und Entwicklung, die Kennzahlen sowie den für eine zweite Förderperiode eingereichten Antrag unter die Lupe genommen.

Oncotyrol setze weiterhin auf die sogenannte „personalisierte Medizin“, meinte der wissenschaftliche Leiter Lukas Huber. „Wir wollen Medikamente entwickeln, die individuell auf die Patienten zugeschnitten sind“, erklärte Huber. Eines der neuen Projekte beschäftige sich etwa mit dem therapeutischen Bedarf für das Multiple Myelom, einem unheilbaren Knochenmarktumor. Ab 2012 werde das Krebsforschungszentrum ein Testsystem zum Screening entdeckter Wirkstoffe selbst entwickeln, führte der wissenschaftliche Leiter aus. Für das neue Testsystem wolle man „einzigartige Zellkulturbedingungen“ schaffen, bei denen Tumorzellen in einem naturähnlichen Umfeld aus Blutgefäßen, Immunzellen und Bindegewebszellen gezüchtet würden.

Derzeit arbeiten 22 Forschergruppen an fünf Universitäten, neun Industriepartner und 27 Unternehmen bei „Oncotyrol“ an 29 Forschungsprojekten. Für die kommende Förderperiode kommen nach Angaben der Verantwortlichen 29 neue Firmenpartner sowie 16 Wissenschaftspartner dazu, darunter etwa der US-Pharmakonzern Merck & Co oder das Weizman Center in Tel Aviv. (APA)

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