Japans Notenbank lässt Notenpresse schneller rotieren

Japans Notenbank wirft im Kampf gegen die Yen-Stärke und die Folgen der europäischen Schuldenkrise erneut die Notenpresse an.

Tokio - Japans Notenbank wirft im Kampf gegen die Yen-Stärke und die Folgen der europäischen Schuldenkrise erneut die Notenpresse an. Das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen werde um 5 Billionen auf 20 Billionen Yen (189 Mrd. Euro) ausgeweitet, teilte die Bank von Japan (BoJ) am Donnerstag mit. Die jüngste geldpolitische Lockerung gab es davor im August. Den Leitzins beließ die Zentralbank nun erneut im Korridor zwischen null und 0,1 Prozent.

Notenbankchef Masaaki Shirakawa räumte ein, dass die Zentralbank in Tokio bei ihrer geldpolitischen Entscheidung auch weit nach Westen blickt: „Wir haben die Folgen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Staatsschuldenprobleme in Europa mitberücksichtigt.“ Die wirtschaftliche Lage in Japan habe sich seit August nicht deutlich verändert, die Situation in Europa hingegen sehr wohl verschärft.

Im Zentralbankrat konnte sich ein Mitglied mit der Forderung nach einer noch weitergehenden Lockerung der Geldpolitik nicht durchsetzen. Obwohl die Notenbank den Umfang ihrer Ankäufe ohnehin stärker ankurbelte als von den Märkten erwartet, gelang es ihr nicht, den für die Exportwirtschaft schädlichen Höhenflug des Yen-Kurses zum Dollar zu stoppen. Finanzminister Jun Azumi wiederholte daher erneut seine Drohung, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Der starke Yen verteuert japanische Produkte im Dollar-Raum, womit Gewinnmargen und Absatzchancen der Exportunternehmen in Übersee gemindert werden.

Die BoJ geht in ihrem Wirtschaftsausblick davon aus, dass die jüngsten Brüsseler Gipfelbeschlüsse zu mehr Finanzstabilität in Europa führen werden. „Aber die Märkte bleiben angespannt, da es noch Unsicherheit über die umzusetzenden Maßnahmen gibt“, heißt es in dem Bericht der Notenbank. Zugleich rechnet sie damit, dass die Weltwirtschaft nach einer Schwächephase mit Hilfe der Schwellenländer aus der Talsohle herauskommen wird. (APA/Reuters)


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