ÖVAG-Kapitalbedarf laut EBA vorerst bei 972 Millionen

Die Österreichische Volksbanken-AG braucht zur Anhebung ihrer Kernkapitalquote auf 9 Prozent bis Ende Juni 2012 weitere 972 Mio. Euro Kapital.

Wien - Die Österreichische Volksbanken-AG (ÖVAG) braucht zur Anhebung ihrer Kernkapitalquote auf 9 Prozent bis Ende Juni 2012 weitere 972 Mio. Euro Kapital. Dies habe die Europäische Bankenaufsicht (EBA) errechnet, so die ÖVAG heute, Donnerstag, in einer Ad-hoc-Aussendung. Dabei handle es sich aber um eine „vorläufige“ Größe, die sich auf Basis der Zahlen zu Ende September 2011 noch ändern könnte. Die Bank werde dies gemeinsam mit den Aufsichtsbehörden nochmals überprüfen.

Die Bank arbeite daran, durch Maßnahmen wie den Rückzug aus dem CEE-Geschäft den Kapitalbedarf zu realisieren, betonte ÖVAG-Generaldirektor Gerald Wenzel. Die ÖVAG will sich künftig auf ihr Kerngeschäft in Österreich konzentrieren. „Zudem werden wir uns mittelfristig aus manchen Geschäftsfeldern zurückziehen und uns stärker auf das originäre Geschäft einer genossenschaftlichen Bank und somit auf das traditionelle Bankgeschäft in Österreich fokussieren“.

Die ÖVAG habe Maßnahmen zur Deckung des Kapitalbedarfs bereits eingeleitet, sagte ÖVAG-Sprecher Walter Gröblinger heute Donnerstag zur APA. Der Erfolg der verschiedenen Projekte werde aber auch „abhängig vom Markt“ sein. Auf Aussagen, ob die ÖVAG erneut auf Staatshilfe zurückgreifen müsse, wollte sich Gröblinger nicht festlegen. „Wir machen bis zum 30. Juni 2012 unsere Hausübungen, dann werden wir uns das anschauen“.

Die Volksbanken-AG hatte in der Finanzkrise 1 Mrd. Euro staatliches Partizipationskapital erhalten. Bisher konnte das Institut dafür keine Zinsen an die Republik zahlen, die laut FIMBAG in Höhe von 186 Mio. Euro bereits fällig waren.

Der nun von der Bankenaufsicht (EBA) errechnete Kapitalbedarf von 972 Mio. Euro, um die ÖVAG-Kernkapitalquote auf 9 Prozent zu heben, sei zum Stichtag 30. April 2011 ermittelt worden. So sei etwa der Verkauf der VBI-Bank darin noch nicht enthalten, betonte Gröblinger. Derzeit laufen „fortgeschrittene Projektarbeiten“ mit den regionalen Volksbanken zur Umgestaltung des Genossenschaftsverbundes.

Die ÖVAG hatte nach EBA-Systematik eine nicht-gestresste Kernkapitalquote von 6,4 Prozent. Beim Mitte Juli veröffentlichten Stresstest hatte die EBA für die ÖVAG eine 4,5 prozeitige Kernkapitalquote ermittelt - das Institut war damit durchgefallen.

Der Ausgangswert für den heute genannten Kapitalbedarf sei die von der EBA per Ende April 2011 ermittelte Kernkapitalquote der ÖVAG nach Basel III von 6,4 Prozent. In der Differenz zum geforderten Wert von 9 Prozent seien Effekte aus dem Schuldennachlass für Griechenland oder die geplante Umgestaltung des Genossenschaftsverbundes noch nicht enthalten. Die ÖVAG strebt auch seit einiger Zeit den Verkauf ihres 6-Prozent-Anteils an der Raiffeisen Zentralbank (RZB) an (APA)


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