Euro-Beschlüsse treiben Wall Street kräftig an

Finanzwerte profitieren besonders stark, die Bilanzen vieler Großkonzerne kurbeln die gute Stimmung an.

New York - Die Wall Street hat wie die europäischen Börsen am Donnerstag mit kräftigen Aufschlägen auf die Beschlüsse der Euro-Staaten zur Lösung der Schuldenkrise reagiert. Positive Zahlen amerikanischer Unternehmen und Konjunkturdaten sorgten zusätzlich für gute Stimmung in New York. Die US-Wirtschaft verdoppelte im dritten Quartal ihr Wachstumstempo. Dies dürfte die Sorgen dämpfen, dass die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession rutscht. Das Bruttoinlandsprodukt legte wie von Experten erwartet mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent zu.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg bis zum Mittag um 2,6 Prozent auf 12.177 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 2,9 Prozent auf 1277 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,8 Prozent auf 2724 Punkte. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem satten Plus von 5,4 Prozent auf 6338 Punkten aus dem Handel.

Es bleibe zwar noch viel zu tun, aber dem Markt gefalle, was er höre, sagte Clem Chambers von der Finanzinformations-Website ADVFN.com. Die Euro-Länder hatten in Brüssel bis in die frühen Morgenstunden um einen Ausweg aus der Schuldenmisere gerungen. Die Staats- und Regierungschefs einigten sich unter anderem auf ein Rettungspaket für Griechenland inklusive eines 50-prozentigen Schuldenschnitts. Zudem verständigten sie sich auf eine Hebelung des Euro-Rettungsschirms EFSF.

Vor allem die Finanzwerte zählten daraufhin zu den Gewinnern. Die Aktien von JPMorgan sprangen sieben Prozent in die Höhe, die Papiere von Citigroup acht Prozent.

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Neben den für Erleichterung sorgenden Nachrichten aus Übersee konzentrierten sich die Anleger an der Wall Street aber auch auf die jüngsten Unternehmenszahlen von Börsen-Schwergewichten wie Exxon Mobil . Ein höherer Ölpreis und eine bessere Rendite des Raffineriegeschäfts bescherten dem Energieriesen ein kräftiges Gewinnplus im dritten Quartal. Die Dividendenpapiere legten 0,5 Prozent zu.

Die Aktien des größten US-Chemiekonzerns Dow Chemical kletterten über acht Prozent. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Quartal mehr verdient.

Gegen die allgemeine Markttendenz brachen die Anteilsscheine des Kosmetikunternehmens Avon um 18 Prozent ein. Hintergrund des Kursrutsches sind Untersuchungen der US-Börsenaufsicht SEC sowie ein Gewinneinbruch im dritten Quartal. (APA/Reuters)


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