TGKK: Vom Ausgleichsfonds fürs Sparen „bestraft“

TGKK-Obmann Michael Huber sieht Krankenkassen, die ausgeglichen bilanzieren, vom Ausgleichsfonds benachteiligt. Kassen, die Verluste machen, würden deutlich mehr Mittel erhalten.

Innsbruck – Die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) sieht sich bei der Verteilung der Gelder aus dem sogenannten Ausgleichsfonds durch die Bundespolitik benachteiligt. Nichtliquide Kassen wie etwa die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) würden „immense Gelder“ lukrieren, die sie „nicht verdient“ haben, während eine schuldenfreie Kasse wie die TGKK „bestraft“ werde, kritisierte Michael Huber, der Obmann der TGKK, am Donnerstagabend bei einem Pressegespräch in Innsbruck. Offenbar werde Schulden machen belohnt.

45 Prozent der Mittel aus dem Fonds würden derzeit den nichtliquiden Gebietskrankenkassen aus der Steiermark, Kärnten und Wien zukommen, behauptete der Obmann. Der Wiener Kasse habe in diesem Jahr 13 Millionen Euro erhalten. „Wir haben gleichzeitig sechs Millionen Euro weniger bekommen, weil wir keine Schulden machen“, zeigte sich Huber verärgert.

Die betroffenen Kassen seien „nicht bereit, Maßnahmen zu setzen, damit sie Liquidität erreichen“. Wien habe etwa bisher 472 Millionen Euro an Ausgleichsgeldern erhalten und sei „bei weitem noch nicht schuldenfrei“, beanstandete Huber. „Man muss sich fragen, ob es dem Gesundheitsminister wichtiger ist, dass man ein Minus macht“, meinte Arno Melitopulos, der Direktor der Tiroler Gebietskrankenkasse.

Huber verlangte, dass bei der Verteilung von Ausgleichsfondsgeldern die Strukturnachteile einer Kasse gegenüber den Liquiditätsnachteilen mehr gewichtet werden sollen.

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Für die TGKK bestehe zum Beispiel ein Strukturnachteil dahingehend, dass verhältnismäßig viele Menschen im Tourismus arbeiten und dabei nicht das ganze Jahr über beschäftigt seien, argumentierte der TGKK-Obmann. Er forderte, dass künftig 70 und nicht wie derzeit 45 Prozent der Mittel für Strukturnachteile aufgewendet werden.

Die Tiroler Gebietskrankenkasse weise in diesem Jahr ein ausgeglichenes Budget auf, steuere auf eine „schwarze Null“ zu. Für das kommende Jahr erwarte man jedoch einen Abgang von drei Millionen Euro, für das Jahr 2013 von acht Millionen Euro. „Die Beitragssituation bleibt gut, aber die Ausgaben werden anziehen. Insbesondere für Heilmittel“, berichtete Huber.


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