„Erfolgreichste Mission der NATO-Geschichte“ geht zu Ende

In sieben Monaten verhalf das Bündnis Libyen zum endgültigen Sieg über Ex-Machthaber Gaddafi. NATO-Generalsekretär Rasmussen sieht die Mission als die erfolgreichste überhaupt.

Wien – Der Militäreinsatz der NATO in Libyen endet am kommenden Montag. Dies beschlossen die Botschafter der 28 Bündnis-Staaten am Freitag in Brüssel, teilte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen mit. „Unsere militärische Arbeit ist jetzt erledigt“, schrieb er auf seiner Seite im Internetdienst Twitter.

Am 31. Oktober läuft auch das Mandat der Vereinten Nationen aus, auf das sich die NATO seit sieben Monaten stützte. Dieses Mandat erlaubte „alle nötigen Maßnahmen“ zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung vor Übergriffen der Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi sowie eine Seeblockade und eine Flugverbotszone. An dem Einsatz hatten insgesamt 16 Staaten aktiv teilgenommen, davon 12 NATO-Mitglieder.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte am 17. März 2011 die bewusst weitgehaltene Resolution Nummer 1973 beschlossen. Unmittelbar danach begannen Frankreich, Großbritannien und die USA mit Luftangriffen vor allem auf Gaddafi-Truppen, die auf die Rebellenhochburg Benghazi vorrückten. Zwei Wochen später übernahm dann die NATO das Kommando über den Militäreinsatz, an dem acht NATO-Staaten sowie Jordanien, Katar, Schweden und die Vereinigten Arabischen Emirate teilnahmen.

26.300 Lufteinsätze

Die teilnehmenden NATO-Staaten waren: Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Kanada, Niederlande, Norwegen, Spanien, Türkei und die USA. Oberkommandant wurde der kanadische General Charles Bouchard. Deutschland hatte im UN-Sicherheitsrat dem Mandat nicht zugestimmt und sich nicht direkt am NATO-Einsatz beteiligt.

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Zu Beginn des Einsatzes kontrollierten 21 NATO-Kriegsschiffe die Küste Libyens, zuletzt waren es noch zwölf. 300 Schiffe wurden auf Waffen durchsucht, elf Schiffen wurde das Anlaufen libyscher Häfen untersagt. Die Luftwaffen der Verbündeten flogen nach eigenen Angaben 26.300 Lufteinsätze, davon mehr als 9650 Angriffsflüge, sowie zahlreiche Flüge von Tank- und Aufklärungsflugzeugen.

Politische und finanzielle Belastungsprobe

Für das Militärbündnis war der Libyen-Einsatz „eine der erfolgsreichsten Missionen in der Geschichte der NATO“, wie es NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen ausdrückte.

Dabei hatte die Situation nicht immer während des siebenmonatigen Einsatz so ausgesehen. Während des Sommers war der Einsatz für die NATO angesichts mangelnder Erfolge der Rebellen zusehends zur politischen und finanziellen Belastungsprobe geworden. Die USA beklagten während des Einsatzes wiederholt, dass sie mangelnde militärische Fähigkeiten anderer Staaten ausgleichen müssten. (red, APA)


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