Ernüchterndes Ergebnis: Viele Österreicher bei Erster Hilfe ratlos

Nur acht Prozent der Befragten fühlen sich im Notfall „sehr gut vorbereitet“. 16 Prozent der Österreicher haben überhaupt noch nie einen Erste-Hilfe-Kurs besucht, bei einem Fünftel liegt dieser schon mehr als 20 Jahre zurück.

Linz - Die Österreicher scheinen mit Erster Hilfe auf Kriegsfuß zu stehen. Laut einer am Freitag vom Linzer Marktforschungsinstituts Spectra präsentierten Studie fühlten sich lediglich acht Prozent der Befragten im Notfall „sehr gut vorbereitet“. Immerhin waren 79 Prozent der Meinung, man solle auf jeden Fall helfen, weil man ohnehin nicht viel falsch machen könne. 18 Prozent widersprachen dieser Ansicht. 24 Prozent der Österreicher haben schon einmal Erste Hilfe geleistet.

Der Studie zufolge waren 31 Prozent der insgesamt 1.032 Befragten schon einmal in einer Situation, in der es notwendig war, Erste Hilfe zu leisten. 39 Prozent der Bevölkerung würden mit einem Notfall, der ein couragiertes Eingreifen erfordern würde, „eher gut“ zurechtkommen. 40 Prozent würden damit „eher schlecht“, 13 Prozent sogar „sehr schlecht“ umgehen können.

Ein Grund für das ernüchternde Ergebnis ist die fehlende oder schon sehr lang zurückliegende Absolvierung eines Erste- Hilfe- Kurses. 16 Prozent der Österreicher haben noch nie einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Bei nur fünf Prozent sei es weniger als ein Jahr her, dass sie einen solchen besuchten, sieben Prozent waren zuletzt vor ein bis zwei Jahren mit den Grundregeln vertraut gemacht worden. Jeweils zwölf Prozent gaben an, dass der Kurs bereits „drei bis fünf“ bzw. „sechs bis zehn Jahre“ zurückliege. Bei acht Prozent waren es 16 bis 20 Jahre, bei 20 Prozent mehr als 20 Jahre.

Mehrheit absolvierte Kurs bei Führerscheinausbildung

Der Großteil der Österreicher - nämlich 56 Prozent - erwarb sein Erste-Hilfe-Wissen übrigens im Rahmen der Führerscheinausbildung. 22 Prozent wurden am Arbeitsplatz ins Regelwerk eingewiesen, 14 Prozent in der Schule.

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Bei Schlaganfällen und Atem-Kreislauf-Stillständen würden 84 Prozent der Befragten die Rettung rufen. 30 Prozent würden den Betroffenen beruhigen und mit ihm sprechen, 23 Prozent ihn in eine Liegeposition bringen. Bei Atem-Kreislauf-Stillstand würden zwar 86 Prozent die Rettung rufen, jedoch nur 36 Prozent eine Herzdruckmassage bzw. Beatmung durchführen, was in solchen Fällen die Überlebenschance enorm steigert.

Selbst mit den allgemein gängigen Notrufnummern sind nicht alle vertraut: 85 Prozent wählen für die Rettung 144, 72 Prozent für die Feuerwehr 122 und 76 Prozent für die Polizei 133. Die Euro-Notrufnummer 112 ist überhaupt nur 32 Prozent bekannt.


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